Die Globale Vorherrschaft des US-Dollars, eine Kurze Geschichte

Die Globale Vorherrschaft des US-Dollars, eine Kurze Geschichte

Von Janelle Velina
Deutsche Übersetzung von Klaus Markstein
(llco.org)

Da die Vereinigten Staaten sich erst sehr spät am Zweiten Weltkrieg beteiligten, hatten sie nicht so viel Zerstörung und so viele Opfer wie andere Länder zu beklagen. Außerdem erlitt die Infrastruktur ihrer Städte wegen ihrer geographischen Lage nicht denselben Schaden, den die Städte in Europa und Asien erlitten. Das alles, unter anderem, half dem Amerikanischen Imperium dabei, das British Empire als globalen Hegemon abzulösen (obwohl Großbritannien immer noch eine imperialistische Kraft ist), besonders als die amerikanische Wirtschaft im Vergleich viel schneller wieder auf die Beine kam. Und so begann der alles erobernde Marsch des US-Dollars, der ohne Zweifel der mächtigste Ausdruck der weltweiten Herrschaft und des weltweiten Monopols des Amerikanischen Imperiums ist.

Wegen des Bedarfs während des Zweiten Weltkriegs, musste der Großteil Europas unter Kriegswirtschaft seine Konsumgüter importieren. Die Vereinigten Staaten, die sich bis jetzt noch aus dem Krieg heraushielten, waren gerne dazu bereit mit Europa Konsumgüter gegen Gold zu tauschen; und das Gleiche hatten sie während des Ersten Weltkriegs getan, dem sie auch erst spät beitraten. Anders ausgedrückt häuften sie über zwei Weltkriege hinweg diese Goldreserven an, wodurch sie 1944 bereits zwei Drittel der weltweiten Vorräte erbeutet hatten und daraufhin folglich die Märkte Europas mit Dollar-Krediten überhäuften. Nachdem die USA die wirtschaftliche und finanzielle Überhand erlangt hatten, hatten sie nun vor, den US-Dollar zur Leitwährung zu machen. Im selben Jahr verabschiedete die Bretton-Woods-Konferenz – auch bekannt als United Nations Monetary and Financial Conference – eine Vereinbarung bezüglich einer Reihe neuer Regeln für das internationale Geldsystem nach dem Zweiten Weltkrieg, was zur Gründung des Internationalen Währungsfonds (engl. International Monetary Fund, kurz IMF) und der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (engl. International Bank for Reconstruction and Development, kurz IBRD) führte. Anders ausgedrückt musste nun fast jede Währung auf der Welt zu einem festen Zinssatz an den US-Dollar gebunden sein, und der Dollar konnte wiederum nur an Gold gebunden werden. Dies katapultierte die Vereinigen Staaten zum Status einer globalen Supermacht.

Während ihre Satellitenstaaten (wie Südkorea, Saudi Arabien und Kolumbien) und ihre Unterstützung für Stellvertreter-Mächte die Front für ihren Macht-Vorsprung bildeten, war der Dollar seine internationale Finanz-Facette. Dadurch dass die westeuropäischen Mächte dem US-Dollar verpflichtet waren, konnten die USA nun ohne Hindernisse den Einfluss in ihren Staaten und deren Politik vergrößern und halfen diesen viele der kommunistischen und der Arbeiterbewegungen in ihren eigenen Ländern zu zerschlagen. Dies half außerdem ihre Allianzen mit den westeuropäischen Staaten zu stärken, mit dem gemeinsamen Ziel, die Sowjetunion zu zerstören, sowie verbündet andere Länder in Osteuropa und im Globalen Süden, die sich weigerten, US-Kapital bei sich zu erlauben, anzugreifen.

Und dennoch stand der US-Imperialismus zwischen 1965 und 1971 vor einem Problem: Die USA verloren über 50% ihres Goldes, was bedeutete, dass es ohne eine Lösung nichts gab, um ihre Dollar-Währung abzusichern. Wie verloren die Vereinigten Staaten einen großen Teil ihrer Goldreserven? In den 1960ern waren ihre Zahlungsbilanzdefizite größer als ihr Goldbestand – ihre internationalen ausgehenden Zahlungen und Ausgaben in diesem Zeitraum waren übermäßig geworden – so dass schließlich Dollar nicht mehr für den offiziellen Preis gegen Gold eingetauscht werden konnten. 1971 waren die USA bei einer internationalen Geldkrise angelangt. Was passierte während dieses bestimmten Zeitraums? Der US-Krieg gegen Vietnam, in dem die USA mit insgesamt 9.087.000 Personen, die aktiv als Personal im Militär dienten, eine enorme Präsenz zeigten, beinhaltete einen zwanzig Jahre, von 1955 bis 1975, andauernden Angriff gegen die vietnamesischen Befreiungskräfte. Von 1961 bis 1975 gaben die Vereinigten Staaten mehr als 141 Milliarde Dollar bei dem Versuch, die Kolonialherrschaft über Vietnam wieder herzustellen und Norden und Süden Vietnams geteilt zu halten, aus; und wie wir wissen endete dies in einem Sieg der hartnäckigen antiimperialistischen Kräfte Vietnams. Die Kosten für dieses imperialistische Projekt waren so hoch, dass die USA begannen, sich von Europa Geld zu leihen – aber sie konnten es wegen ihrer schwindenden Goldreserven und größer werdenden Defizite nicht zurückzahlen. Sie versuchten dieses Problem zu lösen, indem sie Geld druckten, um Gold teurer zu machen. Aber das schlug fehl und ihre Defizite wuchsen weiter.

Aufgrund dieser Krise im Jahre 1971 setzte der damalige Präsident Richard Nixon den Goldkurs des Dollars (bzw. seine Möglichkeit in Gold umgewandelt zu werden) aus. Als Antwort darauf wurde das Papiergeldsystem eingeführt, um die Notwendigkeit von Gold und festgesetzten Kursen zu beseitigen, während der Dollar weiterhin die internationale Währung blieb. Das Papiergeldsystem bedeutete, dass es nun keine echte, materielle oder physische Ware gab, die den US-Dollar absicherte, und damit keinen realen Wert; und doch sind die Währungen der Welt immer noch an ihn gebunden. Es ist in der Tat ein seltsames Phänomen, aber so ist nun einmal die Macht des Dollars, der, wie ein politischer Analyst beschreibt,

“…eine Art des Geldes, das auf dem Vertrauen der Öffentlichkeit und der Legitimation der Regierung, anstatt auf reale Werte, baut[, ist]. Als Ergebnis entstand der US-Dollar, metaphorisch gesprochen, aus heißer Luft; er besaß keinen Wert als physische Einheit; sein Wert basierte ausschließlich auf Vertrauen.”1

Und durch die ständig schwankenden Wechselkurse steigt der Wert des US-Dollars, was mit dem Wertverlust der Währungen von ärmeren Ländern einhergeht. Dadurch werden die billigeren Exporte erleichtert, die von billiger, ausgebeuteter Arbeit in den Dritte-Welt-Ländern stammen. Wenn irgendeine dieser ärmeren Nationen Unabhängigkeit erlangen und die globale Hegemonie des US-Dollars herausfordern würde, wie Kuba (und viele andere) es tat und sich von dem rückständigen Mafia-Staat befreite, der es einst war, würde dies bedeuten, dass die Vereinigten Staaten alles unternähmen, um diesem Land um jeden Preis, auch mittels Gewalt, den Zugang zu den Weltressourcen abzuschneiden.

Sei es in der Form von wirtschaftlichen Sanktionen, von der CIA unterstützten Putschen oder illegalen Bombardements; mit derartiger Macht und Kontrolle über die Weltwirtschaft können die USA einseitig handeln, der Charta der Vereinten Nationen und jedem internationalem Recht zum Trotz.

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Fußnoten:

1 von uns frei übersetzt aus dem Englischen ins Deutsche

Bibliographie:

1. Bell, James. (2018, December 8). History is Marching [Video file]. Retrieved from https://youtu.be/-S-CwVJxxug

2. Dilawar, Arvind (2018, August 29). From Conservative Patriot to Communist Vanguard: An Interview with H. Bruce Franklin. Pacific Standard. Retrieved from https://psmag.com/news/interview-with-h-bruce-franklin

3. Ghizoni, S. K. (n.d.). Creation of the Bretton Woods System. Retrieved from https://www.federalreservehistory.org/essays/bretton_woods_created

4. The New York Times editorial staff (1975, May 1). U.S. Spent $141‐Billion In Vietnam in 14 Years. Retrieved from https://www.nytimes.com/1975/05/01/archives/us-spent-141billion-in-vietnam-in-14-years.html

5. Teymuri, Saed (2018). The Story of the US Empire: Military and Monetary Hegemony. The Stalinist Katyusha. Retrieved from https://stalinistkatyusha.wixsite.com/stalinist-katyusha/single-post/2017/05/02/The-Story-of-the-US-Empire-Military-and-Monetary-Hegemony?fbclid=IwAR3A1af4ebmk0ef_bmShnlAEl02NUFA1l9HlUZj81o_WcyOtWjs5AWvbHs0

6. The United States War Dogs Association (n.d.). Vietnam Statistics. Retrieved from http://www.uswardogs.org/vietnam-statistics/

7. U.S. Department of State Archive (n.d.). The Bretton Woods Conference, 1944. Retrieved from https://2001-2009.state.gov/r/pa/ho/time/wwii/98681.htm

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