Die LLCO berichtet vom ersten Weltkongress der United Front

Dem Kongress ging eine Zeremonie an der Gedenkstätte des ehemaligen KZs Buchenwald voraus

Die LLCO berichtet vom ersten Weltkongress der United Front

17.Oktober 2023
LLCO.org

Der erste Weltkongress der Einheitsfront fand vom 4. bis 6. September 2023 in Truckenthal, Deutschland statt und beschloss ein offizielles Statut, einen offiziellen Namen und wählte einen Konsultativkommittee von neun Personen. Die United Front stärkte ihre Position als internationale Dachorganisation gegen Faschismus, Imperialismus und Umweltzerstörung.

Neues offizielles Logo der UF

Der Kongress zählte insgesamt 650 Teilnehmer aus 47 Ländern, darunter rund 150 freiwillige Helfer. Neben deutschen waren 142 internationale Gäste anwesend. Weitere 36 Teilnehmer aus 18 Ländern konnten aufgrund von Visabeschränkungen nicht teilnehmen.

Der Kongress beschloss den offiziellen Namen „Internationale Anti-Imperialistische Einheitsfront gegen Faschismus, Krieg und Umweltzerstörung“, kurz „United Front“. Das neue offizielle Logo ist oben abgebildet.

Obwohl die LLCO über die Dominanz erstweltistischer Narrative auf dem Kongress enttäuscht war, beglückwünschen wir die Initiatoren zur erfolgreichen Durchführung einer großen progressiven internationalen Veranstaltung.

Ablauf des ersten Kongresses der Einheitsfront

Eröffnungszeremonie des UF-Kongresses

Die Veranstaltung begann am Abend des 4. September mit einer Eröffnungsfeier und einem Kulturprogramm. Die Teilnehmer kamen aus verschiedenen Teilen der Welt und vertraten Menschen und Organisationen aus Europa, Afrika, Asien und Amerika. Auch die LLCO war eingeladen worden, weshalb wir unseren eigenen Vertreter zur Veranstaltung schickten.

Der zweite Tag begann mit einer allgemeinen Diskussion über den Stand von Imperialismus und Faschismus in der Welt. Am Nachmittag konnten die Teilnehmer an mehreren Workshops zu verschiedenen Themen, die von Imperialismus und Faschismus über Jugendaktivismus bis hin zu Kunst und Kultur reichten, teilnehmen und diskutieren.

Die Berichte aus den Workshops wurden am Mittwochmorgen vorgestellt. Sie bildeten die Grundlage für die Delegierten der Mitgliedsorganisationen der Einheitsfront, um über Änderungen der Satzung, des offiziellen Logos und des Namens zu entscheiden. Die Delegierten wählten auch das neue Konsultativkommittee.

Ergebnisse

Delegierte stimmen über Dokumente der UF ab

Die United Front ist aus dem Kongress gestärkt und demokratischer hervorgegangen. Die Vertreter der Mitgliedsorganisationen wählen nun das Komitee an der Spitze. Es ist nun verpflichtet, den Mitgliedern über seine Tätigkeit zu berichten. Die Einheitsfront ist im Laufe des Kongresses gewachsen und umfasst nun 120 Organisationen und 27 Einzelpersonen aus vier Kontinenten.

Ursprünglich wurde die Einheitsfront von der Internationalen Koordinierung revolutionärer Parteien und Organisationen (ICOR) und der International League for Peoples’ Struggle (ILPS) initiiert. Unter anderem der verstorbene José María Sison koordinierte die Gespräche zwischen den beiden Organisationen.

Die ILPS beendete jedoch irgendwann vor Beginn des Kongresses aus unbekannten Gründen ihre Zusammenarbeit mit der ICOR, hielt sich aber die Möglichkeit einer zukünftigen Kooperation mit der ICOR offen. Ein Grund für die Spaltung scheint die Frage gewesen zu sein, ob die internationale Arbeiterklasse als die wichtigste fortschrittliche Kraft in der Welt angesehen werden sollte, was die Position der ICOR ist. Zum Zeitpunkt des Kongresses hatten sich bereits einige Organisationen aus dem Umfeld der ILPS der Einheitsfront angeschlossen.

Erstweltismus

Two participants from Portugal

Während die Organisatoren des Kongresses ein Lob verdienen, weil sie eine so große Veranstaltung erfolgreich durchgeführt haben, war die LLCO enttäuscht, dass die Diskussionen von erstweltistischen Narrativen dominiert wurden. Vor allem Teilnehmer der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands, Hauptorganisatoren, versuchten, die Unterdrückung, die Menschen der „Ersten“ und „Dritten“ Welt unter dem Imperialismus erleiden, gleichzusetzen.

Die LLCO stimmt zu, dass Kapitalismus und Imperialismus langfristig das Leben aller Menschen auf der Erde bedrohen und dass seine Auswirkungen bereits jetzt für jeden in gewissem Maße spürbar sind. Allerdings sind es vor allem die Menschen in der „Dritten“ Welt, die ihr Zuhause und ihr Leben durch imperialistische Bomben verlieren. Es sind vor allem Menschen in der „Dritten“ Welt, die vor Armut, Krieg und den Folgen des Klimawandels fliehen müssen. Es sind die Menschen der „Dritten“ Welt, die den Großteil der Konsumgüter produzieren, die in der „Ersten“ Welt genossen werden. Ihre Erfahrungen gleichzusetzen und zu ignorieren, dass die Menschen der „Ersten“ Welt vom derzeitigen System profitieren, wenn auch in abnehmendem Maße, ist ein schwerer Fehler.

Die LLCO begrüßt und unterstützt alle fortschrittlichen Initiativen für internationale Zusammenarbeit, die sich gegen Kapitalismus, Imperialismus und alle anderen Arten von Ausbeutung richten. Wir danken den Organisatoren des Kongresses für die Einladung zu dieser Veranstaltung. Wir wünschen ihnen viel Erfolg bei der weiteren Organisierung eines internationalen Widerstands gegen Imperialismus, Faschismus und Umweltzerstörung.

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