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Revolution in der Dritten Welt; Widerstand in der Ersten Welt

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pwxsm-1Revolution in der Dritten Welt; Widerstand in der Ersten Welt

(deutsch.llco.org)

Gegenwärtig gibt es in der Ersten Welt keine signifikante soziale Basis für eine Revolution. Das bedeutet, dass es in Europa keine Gesellschaftsgruppe gibt, die durch ihre Klasse, ihr Gender oder allgemein durch ihre nationalen Interessen für die Unterstützung des revolutionären Proletariats der Dritten Welt mobilisiert werden könnte. Obwohl es auch innerhalb der Ersten Welt und innerhalb Europas Konflikte gibt, findet die europäische Bevölkerung mehr Gemeinsamkeiten untereinander als mit dem revolutionären Proletariat der Dritten Welt. Wenn sich die Bevölkerung der Ersten Welt zusammenschließt, um ihre kurz- und mittelfristigen Interessen durchzusetzen, wird sie sich, wenn es hart auf hart kommt, gegen das revolutionäre Proletariat der Dritten Welt stellen. Auch wenn es möglich ist, Gleichgesinnte zu finden, bedeutet das nicht, dass es in Europa eine signifikante soziale Basis für eine Revolution gibt. Umgekehrt bedeutet das aber auch nicht, dass die Widersprüche innerhalb der Ersten Welt nicht von den Leitenden Lichter ausgenutzt werden kann. Es bedeutet nicht, dass wir die Erste Welt aufgeben müssen. Im Gegenteil, bei unserer Herangehensweise im „Bauch der Bestie“ müssen wir sogar noch geschickter und schlauer vorgehen. Wir müssen Folgendes zur Kenntnis nehmen:

  1. Krise. Der Kapitalismus ist inhärent instabil. Das kapitalistische System wird von einer Krise nach der anderen heimgesucht. Aufschwung und Abschwung sind Teil des Systems. Der Kapitalismus produziert seine eigenen Totengräber, wie Marx aufgezeigt hat. Der Wohlstand einer Region ist das Resultat einer Krise in einer anderen; genauso sind Annehmlichkeiten in der Ersten Welt das Resultat vom Leiden in der Dritten Welt. Das System schafft dabei fortwährend die Bedingungen für den eigenen Untergang. Indem die Bürde den armen Menschen, der Dritten Welt aufgehalst wird, erzeugt der Kapitalismus diejenigen, die das System aufheben werden. Während der Globalisierungsprozess andauert, werden sich die Krisen in einer Region schneller auf andere Regionen ausdehnen. Eine lokale Krise kann sehr schnell global werden. Der Globalisierungsprozess hat den Kapitalismus gestärkt, er hat aber auch eine Situation geschaffen, in der Krisen sich nicht mehr ganz so einfach orten und bewältigen lassen. Das kann von den Leitenden Lichtern ausgenutzt werden.
  2. Globaler Volkskrieg. Unterdrückung erzeugt Widerstand. Das imperialistische System hält die ungeheure Mehrheit der Menschheit in grausamster Armut gefangen. Das weltweite Medianeinkommen beträgt weniger als 3 Dollar. Das bedeutet, die Hälfte der Menschheit können sich gerade noch so am Leben erhalten. Sollten sich die natürlichen Ressourcen erschöpfen, wird die Erste Welt die Schrauben an der Dritten Welt anziehen müssen, um ihre Privilegien zu erhalten. Hungersnöte, Wassermangel, Genozid, Umweltprobleme, Krisen werden zahlreicher. Die Völker der Dritten Welt wehren sich dagegen auf verschiedenste Weise. Wie alles im Leben ist Kämpfen ein Lernprozess. Die Menschen lernen aus Fehlern und aus Erfolgen. Das ist das Wesen der Wissenschaft. Irgendwann wird sich die ausgebeutete Mehrheit die revolutionäre Wissenschaft, die mächtigste Waffe der Befreiung, aneignen und benutzen. Die nächste Welle der Revolution wird kommen. Die Welt wird in Flammen aufgehen durch die Volkskriege, die sich in einem einzigen globalen Volkskrieg bündeln werden. Der globale Volkskrieg wird im globalen Dorf und im globalen Slum der Dritten Welt seinen Anfang nehmen. Er wird die globale Stadt der Ersten Welt einschließen und umzingeln. Schließlich wird die Erste Welt von revolutionären Kräften von innen und von außen bezwungen werden. Der genaue Ablauf des globalen Volkskriegs lässt sich nicht im Voraus abschätzen. Vielerorts wird er wohl die Form des klassischen maoistischen Volkskriegs annehmen, welcher in den armen Ländern von den ländlichen Gebieten auf die Städte übergreifen wird. Neue Technologien und eine sich verändernde Demografie eröffnen jedoch zahlreiche neue Möglichkeiten. Eine Reproletarisierung der Ersten Welt könnte dazugehören. Oder ein Volkskrieg könnte in die USA hinüberschwappen. Zum Beispiel könnte ein Volkskrieg in Mexiko auf die südlichen Gebiete der USA übergreifen. Es könnte buchstäblich zu einer Invasion der Ersten Welt durch Drittweltvölker kommen. In Teilen der Ersten Welt könnte es ähnlich ablaufen wie mit Nazideutschland, wo die Sowjetunion den Faschismus niedergeschlagen und danach ein neues System installiert hat.
  3. Reproletarisierung. Gegenwärtig sind die sozialen Spannungen innerhalb Europas zu klein, die Widersprüche sind aufgrund des Imperialismus nicht antagonistisch. Europa zieht derart viel Profit aus dem imperialistischen System, aus der Ausbeutung der Menschen der Dritten Welt, dass sich die wirtschaftlichen, die Gender- und sogar die nationalen Konflikte innerhalb Europas signifikant verändert haben. Der hohe Lebensstandard der Ersten Welt wird durch die extreme Ausbeutung der Menschen der Dritten Welt ermöglicht. Die ökonomischen Konflikte in Europa sind generell weniger antagonistisch geworden, weil die Last den Menschen der Dritten Welt aufgehalst wurde. Genderkonflikte sind ebenfalls weniger scharf geworden aufgrund der relativen Autonomie der Individuen in der Ersten Welt. Sogar die Konflikte zwischen den unterdrückten Nationen und ihren Unterdrückern in Europa sind weniger antagonistisch. Da immer mehr dieser unterdrückten Nationen in den Genuss von Vorteilen kommen, die sie aufgrund ihres Status als Erstweltvölker erhalten, verschwindet der Wunsch, sich als eigenständige Nationen zu behaupten. Der relative Frieden der Ersten Welt und der europäischen Gesellschaft wurde dadurch erschaffen, dass die Ausbeutung in die Dritte Welt verschoben wurde. Dieses System ist jedoch instabil. Der Kapitalismus ist instabil. Der Kapitalismus wird ständig von Krisen heimgesucht. Die Menschen wehren sich. Wenn sich immer mehr Menschen in der Dritten Welt organisieren, wenn antiimperialistische Kämpfe gegen die Imperialisten geführt werden, werden immer mehr Drittweltvölker die Staatsmacht übernehmen und ihre Wirtschaft vom kapitalistisch-imperialistischen System losbinden. Dadurch wird der Ersten Welt, einschließlich den USA, der Zugang zu Ressourcen und Arbeit abgeschnitten. Die Imperialisten werden vermehrt Krieg führen müssen, um ihre Privilegien zu erhalten. Sie werden die Ausbeutung auf andere Drittweltvölker übertragen müssen, was mehr Widerstand nach sich zieht. Sie werden mehr Geld und Ressourcen in den Kampf gegen die Dritte Welt stecken müssen. Sie werden sich letztlich gegen innen wenden, ihr eigenes Erstweltvolk anzapfen müssen, um ihre Macht zu erhalten. Anders gesagt, während sich die Dritte Welt befreit, werden die Imperialisten gezwungen sein, wieder ihre eigene Bevölkerung auszubeuten, um den Verlust wettzumachen. Das bedeutet, die Menschen der Ersten Welt werden immer ärmer, während die Menschen der Dritten Welt frei und wohlhabend werden. Während sich dieser Prozess vollzieht, werden sich einige Erstweltvölker nach rechts wenden und zum Faschismus übergehen, um ihre Privilegien als Erstweltvolk zu schützen. Andere wiederum werden sich nach links wenden und sich an die Seite der ungeheuren Mehrheit der Menschheit in der Dritten Welt stellen. Zuerst wird sich die Mehrheit der Erstweltvölker nach rechts wenden, aber der Prozess der Reproletarisierung wird sich ausbreiten. Schließlich wird eine proletarische Klasse in der ehemaligen Ersten Welt entstehen. Diese Klasse kann durch die Leitenden Lichter organisiert werden, um ihre kapitalistischen Herren zu stürzen. Diese Klasse wird dann Teil des internationalen Proletariats.
  4. Balkanisierung. Die USA haben eine lange Geschichte der brutalsten Unterdrückung von Völkern innerhalb der eigenen Grenzen. Die USA gründen sich auf dem Chauvinismus und Rassismus der Weißen. Die USA führten einen der größten Genozide der Geschichte, als die indigene Bevölkerung ausgelöscht wurde. Das Land wurde von der indigenen Völkern gesäubert, um Platz zu machen für eine Expansion in den Westen. Die überlebende indigene Bevölkerung wurde in Gefangenenlager eingepfercht, welche später zu Reservaten gemacht wurden. Die sozialen Spannungen des Frühkapitalismus wurden dadurch gemildert, dass europäischstämmige Menschen und später Schwarze und Asiaten von Arbeitern zu Landbesitzer, vom Proletariat zur Klein- und Großbourgeoisie aufsteigen konnten. Die Grenzen funktionierten als Sicherheitsventil für soziale Spannungen nicht nur in Nordamerika, sondern auch in Europa. Randgruppen aus Europa und anderswo zogen nach Nordamerika, um auf indigenem Land zu siedeln. Die Sklaverei spielte ebenfalls eine wichtige Rolle im frühen Stadium des kapitalistischen Systems. Afrikaner und Schwarze wurden auf brutalste Weise versklavt, um die Räder des Frühkapitalismus zu schmieren. Auch nachdem die Sklaverei offiziell abgeschafft wurde, war die schwarze Bevölkerung in den USA dem konstanten Terror des Apartheidssystems ausgesetzt. Das Erbe der Sklaverei war geblieben. Der Rassismus ist noch immer tief in der US-Gesellschaft verwurzelt. Werden die USA vom Widerstand der Dritten Welt und ökonomischen Krisen geschwächt, wäre es möglich, dass die nationalen Widersprüche sich wieder verstärken. Wenn die Drittweltvölker ihre Freiheit erlangen, könnte die weiße Bevölkerung in den USA die Last wieder auf die unterdrückten Nationen schieben, um ihre Privilegien zu erhalten. Während sich die Lebensbedingungen der Ersten Welt verschlechtern und die unterdrückten Nationen dabei immer größerem Rassismus und nationaler Unterdrückung ausgesetzt werden, könnten diese Nationen sich zu wehren beginnen. Es könnten nationale Befreiungskriege daraus entstehen, Kriege zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen, eine Balkanisierung der USA. Es könnten auch zu anderen Arten der Balkanisierung kommen. Wenn der Kapitalismus zu tief in eine Krise gerät oder irgendeine Umweltkatastrophe eintritt, könnte die US-Regierung zusammenbrechen und ihre Macht verlieren. Warlords könnten auftauchen. Die Überreste der Regierung, Gouverneure, Bürgermeister, Militärs, Polizisten, kriminelle Organisationen, religiöse Organisationen und – die Leitenden Lichter könnten in einer solchen extremen Krisensituation um die Macht kämpfen. Die Balkanisierung wird das System schwächen und dabei helfen die Erste Welt zu zerstören. Und sie wird den Leitenden Lichter die Möglichkeit geben, das Ruder an sich zu reißen.
  5. Katastrophen. Umweltkatastrophen könnten eine wichtige Rolle dabei spielen, die Bedingungen für eine Revolution in der Ersten Welt zu schaffen. Der Kapitalismus basiert auf grenzenlosem Wachstum. Die natürlichen Ressourcen sind jedoch beschränkt. Wenn sich die Ressourcen erschöpfen, wird es vermehrt zu Krisen kommen. Auch der Klimawandel schwächt die Erste Welt und lässt sie verelenden, wodurch der revolutionäre Prozess, die Reproletarisierung und die Balkanisierung beschleunigt werden. Mit der Intensivierung der ökologischen Krise wird sich eine immer größere Zahl von Dritt- und Erstweltmenschen gegen das System erheben in ihrem eigenen Interesse und im Interesse ihrer Kinder.
  6. Krieg und atomare Massenzerstörung. Auf ähnliche Weise schwächen Atom- und andere Arten von Krieg den Staat und seine Institutionen und schaffen bessere Bedingungen für eine Revolution in der Ersten Welt. Kriege schwäche allgemein die Wirtschaft. Der Gebrauch von Atomwaffen von staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren gegen die Erste Welt bergen das Potenzial, die imperialistische Macht sehr viel schneller zu zerstören. Atomare Auseinandersetzungen sind eine Option, auf die sich die Revolutionäre vorbereiten müssen.
  7. Widerstand und Umsturz in der Ersten Welt. Eine Schwächung der Ersten Welt von innen kann ein Teil des revolutionären Prozesses sein. Lenin nutzte die Krise im Ersten Weltkrieg, um den Krieg in einen revolutionären Krieg zu verwandeln. Lenin versuchte das Zarenreich und später die Revisionisten zu stürzen. Die Bolschewiki standen für eine Politik des revolutionären Defätismus. Sie setzten auf die Niederlage ihres eigenen imperialistischen Landes. Ähnlich beabsichtigen die Leitenden Lichter, ihre Macht auch innerhalb der Ersten Welt zu vergrößern, um sie von innen heraus zu zersetzen. Die Leitenden Lichter bringen die Anomalien in der Ersten Welt zusammen, welche sich gegen ihre Interessen als Erstweltbewohner stellen. Die Leitenden Lichter versammeln jene, welche wirklich an der Seite der Menschheit stehen. Die Leitenden Lichter kreieren institutionelle Strukturen, die wir brauchen, wenn sich die Bedingungen zu unseren Gunsten ändern und die Reproletarisierung und der globale Volkskrieg eine höhere Stufe erreicht haben. Die Leitenden Lichter versuchen, den größtmöglichen Teil der Erstweltbevölkerung zu neutralisieren und ideologisch umzubilden. Mit einer Zunahme von kapitalistischen und ökologischen Krisen und einer Zunahme des globalen Widerstands ist auch ein größerer Widerstand in der Ersten Welt möglich. An diesem Punkt der Entwicklung kann die Linie der Leitenden Lichter folgendermaßen formuliert werden: „Revolution in der Dritten Welt; Widerstand in der Ersten Welt!“

Unsere Welt ist nicht mehr die Welt von Lenin. Sie ist nicht mehr die Welt Maos. Ein Dogma wird die nächste Welle der Revolution nicht auslösen können. Nur die fortschrittlichste revolutionäre Wissenschaft in den Händen des Volkes kann eine neue Zukunft schaffen. Die Leitenden Lichter können mit der der Realität der gegenwärtigen Welt umgehen. Nichts ist radikaler als die Realität. Die Leitenden Lichter stehen auf der Seite des Fortschritts. Die Leitenden Lichter sehen nicht tatenlos zu. Kapitulation ist Erstweltlertum. Kapitulation ist für die Leitenden Lichter keine Option. Kommunismus bedeutet nicht Tatenlosigkeit. Wissenschaft, Organisation, Führung sind der Schlüssel zum Erfolg.