Afghanistan, der vergessene Stellvertreterkrieg

Bild: Brzeziński besucht Osama bin Laden und andere Mudschahedin-Kämpfer während des Trainings.

Afghanistan, der vergessene Stellvertreterkrieg

Janelle Velina
Deutsche Übersetzung von Klaus Markstein
30. März 2019
LLCO.org

Was das vom Krieg zerrüttete Afghanistan und die Rolle der Vereinigten Staaten und ihrer NATO-Verbündeten betrifft, denken die meisten wohl zuerst an die Kampagne „Krieg gegen den Terror“, die 2001 von George W. Bush fast augenblicklich nach den Anschlägen vom 11. September gestartet wurde. Das ist auch verständlich, wenn man bedenkt, dass die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten in diesem Jahr im Land eine direkte Militärpräsenz vor Ort aufgebaut haben. Darüber hinaus wurde während der Bush-Cheney-Jahre eine aggressive Propagandakampagne in den US-Medien durchgeführt, in der die Rechte der Frauen als Vorwand für die Fortsetzung der Besatzung herangezogen wurden. Die Ironie bleibt jedoch jenen nicht verborgen, die verstehen, dass der Afghanistan-Konflikt eine lange Geschichte hat, die, ähnlich wie die von Syrien, bis in die Zeit des Kalten Kriegs zurückreicht – insbesondere da es die USA waren, welche die Mudschahedin bei der Destabilisierung des Landes und der Beseitigung der modernisierenden, fortschrittlichen wirtschaftlichen und sozialen Errungenschaften, einschließlich der Emanzipation der afghanischen Frauen, für welche die Demokratische Volkspartei Afghanistans (DVPA) gekämpft hatte, unterstützten. Mit dem Sturz der unabhängigen, sowjetisch ausgerichteten DVPA-Regierung traten die Taliban als mächtige Fraktion der Mudschahedin in Erscheinung; die USA bauten 1995 eine Arbeitsbeziehung mit den Taliban auf. In diesem Krieg ging es nie wirklich um Frauenrechte oder andere humanitäre Belange, wie Stephen Gowans erklärt:

„Ein weiterer Beweis für Washingtons absolute Gleichgültigkeit gegenüber den Rechten von Frauen im Ausland ist die Rolle, die Washington bei der Untergrabung einer fortschrittlichen Regierung in Afghanistan gespielt hat, die Frauen aus dem Griff traditioneller islamischer Anti-Frauen-Praktiken zu befreien versuchte. In den 1980er Jahren war Kabul ‚eine kosmopolitische Stadt. Künstler und Hippies strömten in die Hauptstadt. Frauen haben an der Universität der Stadt Landwirtschaft, Ingenieurwesen und Wirtschaft studiert. Afghanische Frauen hatten Regierungsjobs.‘ Es gab weibliche Abgeordnete, Frauen fuhren Autos und reisten und verabredeten sich, ohne einen männlichen Vormund um Erlaubnis bitten zu müssen. Dass dies nicht mehr zutrifft, ist größtenteils auf die geheime Entscheidung des damaligen US-Präsidenten Jimmy Carter und seines Nationalen Sicherheitsberaters Zbigniew
Brzeziński im Sommer 1979 zurückzuführen, ‚die Russen in die afghanische Falle‘ zu locken und ‚der UdSSR ihren Vietnamkrieg‘ zu überlassen, indem sie islamistisch-fundamentalistische Terroristen finanzieren und organisieren, um eine neue Regierung in Kabul zu bekämpfen, die von der Demokratischen Volkspartei Afghanistans geführt wird.

Das Ziel der DVPA war es, Afghanistan von seiner Rückständigkeit zu befreien. In den 1970er Jahren konnten nur 12 Prozent der Erwachsenen lesen und schreiben. Die Lebenserwartung betrug 42 Jahre und die Kindersterblichkeit war die höchste weltweit. Die Hälfte der Bevölkerung litt an Tuberkulose und ein Viertel an Malaria.“1

Afghanische Frauen während der DVPA-Zeit vs. Afghanische Frauen heute

Außerdem ist es, im Gegensatz zu der weit verbreiteten Annahme, dass der Afghanistan-Konflikt im Jahr 2001 begann, zutreffender zu sagen, dass der Krieg schon 1979 seinen Anfang nahm. Tatsächlich ist die Entscheidung der Carter-Administration von 1979, die DVPA zu stürzen und Afghanistan zu destabilisieren, der Grund dafür, warum das Land immer noch in dem Zustand ist, in dem es sich heute befindet.

Der Kalte Krieg – ein neue Phase im Zeitalter des Imperialismus

Das Militär der Demokratischen Republik Afghanistan begrüßt sein sowjetisches Gegenstück

Die Zeit der Mudschahedin-Angriffe von 1979 bis 1989 wird wegen der hohen Beteiligung der sowjetischen Armee oft als „sowjetisch-afghanischer Krieg” bezeichnet. Obwohl es stimmt, dass die Sowjetunion stark involviert war, ist dies keine ganz akkurate Beschreibung, da die Tatsache, dass es sich um einen Krieg handelte, der tatsächlich von den Vereinigten Staaten gestaltet, angestiftet und geführt wurde, völlig ignoriert wird. In der damaligen Demokratischen Republik Afghanistan sind die Jahre 1978 bis 1992 untrennbar mit der sowjetischen Geschichte verbunden – aber nicht, weil es sich um eine sowjetische „Invasion” in Afghanistan handelte und der Westen eingreifen musste, um sie zu stoppen, was uns die US-imperialistische Propaganda glauben machen wollte. Die Carter-Administration hatte bereits 1978 mit der Planung, Rekrutierung und Ausbildung der Mudschahedin begonnen und den Angriff auf Afghanistan gestartet, bevor die sowjetische Armee Ende 1979 militärisch intervenierte. Außerdem war nicht die „afghanische Falle“ allein für den Zerfall der Sowjetunion verantwortlich; sie hatte aber damit zu tun. Aber mehr dazu, wenn wir uns die Gorbatschow-Jahre ansehen. Dennoch wurde die Zerstörung Afghanistans zum Todesstoß für die Sowjetunion erklärt, und ihre Auflösung 1991 wurde von den Vereinigten Staaten als „Sieg des Kapitalismus über den Kommunismus” gefeiert. Um den Konflikt in Afghanistan zu verstehen, ist es wichtig, den Kontext zu untersuchen, in dem er begann: den Kalten Krieg.

Wladimir Lenin stellte zu Beginn des 20. Jahrhunderts fest, dass der Kapitalismus in seine globalistische Phase eingetreten war und das Zeitalter des Imperialismus begonnen hatte; das bedeutet, dass sich der Kapitalismus über die nationalen Grenzen hinaus ausdehnen muss und dass der Aufbau von Imperien und imperialistische Angriffskriege eine interne Logik haben. Lenin definiert Imperialismus folgendermaßen:

„1. Konzentration der Produktion und des Kapitals, die eine so hohe Entwicklungsstufe erreicht hat, daß sie Monopole schafft, die im Wirtschaftsleben die entscheidende Rolle spielen; 2. Verschmelzung des Bankkapitals mit dem Industriekapital und Entstehung einer Finanzoligarchie auf der Basis dieses “Finanzkapitals”; 3. der Kapitalexport, zum Unterschied vom Warenexport, gewinnt besonders wichtige Bedeutung; 4. es bilden sich internationale monopolistische Kapitalistenverbände, die die Welt unter sich teilen, und 5. die territoriale Aufteilung der Erde unter die kapitalistischen Großmächte ist beendet. Der Imperialismus ist der Kapitalismus auf jener Entwicklungsstufe, wo die Herrschaft der Monopole und des Finanzkapitals sich herausgebildet, der Kapitalexport hervorragende Bedeutung gewonnen, die Aufteilung der Welt durch die internationalen Trusts begonnen hat und die Aufteilung des gesamten Territoriums der Erde durch die größten kapitalistischen Länder abgeschlossen ist.“

Es sollte klar sein, dass der Imperialismus nicht nur bedeutet, dass ein Land dem Rest der Welt seinen Willen aufzwingt (obwohl dies sicherlich ein Teil davon ist). Genauer gesagt: er ist ein Ergebnis der Kapitalakkumulation und ein Prozess des Aufbaus und der Aufrechterhaltung von Imperien, der mit dem Zurückhalten der weltweiten Entwicklung und mit dem Halten der globalen Massen in Armut einhergeht; es ist die internationale Ausübung von Herrschaft, die von wirtschaftlichen Interessen geleitet wird. Der Imperialismus ist also weniger ein kulturelles als vielmehr ein wirtschaftliches Phänomen.

Lenin theoretisierte auch, dass Imperialismus und der Zyklus von Weltkriegen die Produkte von konkurrierendem nationalen Kapital zwischen den fortgeschrittenen Nationen sind. Wie er in Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus schrieb, ging es im Ersten Weltkrieg um den Wettbewerb zwischen imperialistischen Großmächten – wie dem konkurrierenden Kapital Großbritanniens und Deutschlands – und um die Kontrolle über und die Aufteilung von Plünderungen aus den Kolonien. Somit war das Finanzkapital die treibende Kraft hinter der Ausbeutung und Kolonisierung der unterdrückten Nationen; diese Gegensätze würden schließlich zu einer Reihe von Weltkriegen führen, wie Lenin vorausgesagt hatte. Während des Ersten Weltkrieges waren die Ziele der beiden imperialen Machtblöcke der Erwerb, die Erhaltung und die Ausweitung von Gebieten, die als strategische Punkte und für ihre Volkswirtschaften als von großer Bedeutung angesehen wurden. Während der Weltwirtschaftskrise ergriffen Großbritannien, die USA und Frankreich protektionistische Maßnahmen, um die aufstrebenden Industrienationen – Deutschland, Italien und Japan, auch bekannt als Achsenmächte – vom Zugang zu mehr Kolonien und Territorien abzuschneiden. Dabei beschnitten sie deren Zugang zu Rohstoffen und Märkten im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs. Insbesondere die beiden fortgeschrittenen kapitalistischen Industriemächte Deutschland und Japan gefährdeten durch ihre Bemühungen, neues Territorium zu erobern, den Wirtschaftsraum Großbritanniens, der USA und Frankreichs und drohten, ihre Territorien, Kolonien und Halbkolonien mit Gewalt einzunehmen. Dabei startete Deutschland eine Reihe von Aggressionen im Großteil Europas, Japan tat dasselbe in Asien. Der Zweite Weltkrieg war in vielerlei Hinsicht eine Wiederbelebung der interimperialistischen Rivalität zwischen dem anglofranzösischen Block und dem deutschen Block, aber mit moderner Artillerie und dem beachtlichen Einsatz von Luftangriffen. Es war auch eine Zeit der zweiten Phase der Krise des Kapitalismus, in welcher der Faschismus als Reaktion auf den Kommunismus aufstieg und die Achsenmächte drohten, ein die Welt beherrschendes faschistisches Regime zu errichten. Der Zweite Weltkrieg war vorerst das letzte, was wir an Weltkriegen zu Gesicht bekamen.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden zwei rivalisierende Weltmächte: die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion; der Kalte Krieg war ein Ausdruck ihres ideologischen Konflikts. Die Ära des Kalten Krieges war eine neue Phase für das internationale Kapital, da in ihm Atomwaffen aufkamen und die ersten Phasen des Stellvertreterkriegs begannen. Es war eine Zeit, in der die imperialistischen Nationen, egal auf welcher Seite sie sich während des Zweiten Weltkriegs befanden, ein gemeinsames Interesse daran hatten, die Ausbreitung des Kommunismus zu stoppen und die Zerstörung der Sowjetunion anzustreben. Diese antikommunistischen Angriffe richteten sich infolgedessen auch gegen die mit der Sowjetunion verbündeten Nationen. Dies erhöhte die Anzahl der Satellitenstaaten mit Marionettenregierungen, die im Einklang mit den Interessen der USA handelten und dem NATO-Block beitraten, um letztendlich die Sowjetunion zu isolieren. Es sollte auch erwähnt werden, dass das Ende des Zweiten Weltkriegs das Ende des konkurrierenden nationalen Kapitals bedeutete, so dass jetzt Finanzkapital global existiert und sich ohne Verzögerung bewegen kann, wobei Washington die weltweit dominierende Kraft ist, die ein Monopol auf die globalen Märkte hat. Die Länder, die sich aktiv gegen das US-Imperium gewehrt haben und kein US-Kapital in ihr Land gelassen haben, werden mit Sanktionen und militärischen Interventionen bedroht – wie die unabhängigen, souveränen Nationen Syrien und Nordkorea, die bis heute die US-Hegemonie in Frage stellen. Afghanistan unter der DVPA war ein solches Land, das dem US-Imperialismus entgegentrat und somit zum Ziel eines Regimewechsels wurde.

Neben der Umsetzung von Landreformen, Frauenrechten sowie egalitärer und kollektivistischer Wirtschaftspolitik war es das Ziel der DVPA, den Schlafmohnanbau zu beenden. Das britische Empire pflanzte die ersten Schlafmohnfelder in Afghanistan im 19. Jahrhundert, als das Land noch unter dem feudalen Grundbesitz stand; bis zur Absetzung des Königs im Jahr 1973 war der Opiumhandel ein lukratives Geschäft, und die afghanischen Mohnfelder produzierten mehr als 70 Prozent des für die weltweite Heroinversorgung benötigten Opiums. Diese Reformen im Jahr 1978 stießen schließlich auf die Opposition der Vereinigten Staaten, die bereits ihren antikommunistischen Kreuzzug begonnen hatten und reaktionäre Kräfte unterstützten, die gegen verschiedene postkoloniale progressive Regierungen kämpften, von denen viele ein Teil des „Sowjetischen Blocks“ waren – wie die rechten Contras in Nicaragua, die heftige Opposition gegen die sandinistische Regierung aufbrachten. Obwohl es aus eigener Kraft die Unabhängigkeit erlangt hatte, wurde Afghanistan unter der DVPA – ähnlich wie andere mit der Sowjetunion verbündete, postkoloniale Erfolge wie Kuba, Nicaragua, Syrien, Libyen und Nordkorea – als ein „sowjetischer Satellit“ gesehen, der zurück unter koloniale Herrschaft gebracht werden musste, und deren Waren unter die ausschließliche Kontrolle und den Besitz der Vereinigten Staaten gestellt werden mussten. Nicht nur das, es wurde außerdem als Ort von strategischem Interesse wahrgenommen, der genutzt werden könnte, um die Sowjetunion zu umzingeln.

Um die damals neu gebildete und beliebte DVPA-Regierung zu untergraben, begannen die Carter-Regierung und die CIA mit der imperialistischen Intervention, indem sie anfingen, sunnitischen Extremisten (den Mudschahedin), die in ländlichen Gegenden Terrorakte gegen Schulen und Lehrer begingen, Ausbildung, finanzielle Unterstützung und Waffen zur Verfügung zu stellen. Mit Hilfe der saudischen und pakistanischen Streitkräfte versammelte die CIA vertriebene feudale Grundbesitzer, reaktionäre Stammeshäuptlinge, sektiererische sunnitische Geistliche und Kartelldrogenbarone, um eine Koalition zur Destabilisierung Afghanistans zu bilden. Im September 1979 wurde Nur Muhammad Taraki – der erste DVPA-Führer und Präsident der Demokratischen Republik Afghanistan – während den Ereignissen des von der CIA unterstützten Putsches, der schnell von der afghanischen Armee gestoppt wurde, ermordet. Ende 1979 war die DVPA jedoch mit der groß angelegten militärischen Intervention der US-Stellvertreterkräfte – einer Kombination aus ausländischen Söldnern und afghanischen Ancien-Régime-Sympathisanten – überfordert, und so beschloss sie, bei der UdSSR die Entsendung eines Kontingents an Truppen zur Hilfe zu beantragen. Die sowjetische Intervention verschaffte den DVPA-Kräften die dringend benötigte Erleichterung – wenn auch nur für die nächsten zehn Jahre, denn die USA und Saudi-Arabien legten noch einmal nach, indem sie etwa 40 Milliarden US-Dollar in den Krieg steckten und rund 100.000 weitere ausländische Söldner rekrutierten und bewaffneten. 1989 forderte Michail Gorbatschow den Rückzug der sowjetischen Truppen, und die DVPA wurde schließlich mit dem Fall von Kabul im April 1992 besiegt. Das Chaos folgte, als die Mudschahedin mit der Bildung rivalisierender Fraktionen im Wettbewerb um den Territorialraum in Konflikt gerieten und außerdem Städte verwüsteten, plünderten, Zivilisten terrorisierten, Massenexekutionen in Fußballstadien durchführten, nicht-paschtunische Minderheiten ermordeten und Massenvergewaltigungen an afghanischen Frauen und Mädchen begingen. Bald darauf, 1995, konsolidierte eine der kriegführenden Fraktionen, die Taliban, die Macht mit Unterstützung der Vereinigten Staaten, Saudi-Arabiens und Pakistans. Am 28. September 1996 wurde der letzte Vorsitzende der DVPA, Mohammed Nadschibullah, von seinem örtlichen UN-Stützpunkt (auf dem ihm Zuflucht gewährt wurde) entführt, gefoltert und von Taliban-Soldaten brutal ermordet. Sie hängten seinen verstümmelten Körper an einen Lichtmast, um ihn öffentlich zu präsentieren.

Ein erneuerter Opiumhandel und die ökonomischen Wurzeln des Aufbaus von Imperien

US-Truppen bewachen ein Schlafmohnfeld in Afghanistan.

Nach dem Fall von Kabul 1992, aber einige Zeit bevor die Taliban an die Macht kamen, hatten die reaktionären Stammeshäuptlinge die ländlichen Gebiete Afghanistans übernommen und den Bauern befohlen, mit dem Anbau von Schlafmohn zu beginnen, der von der Regierung Tarakis verboten worden war. Zuvor richtete der pakistanische Geheimdienst ISI im Auftrag der CIA Hunderte von Heroin-Laboren ein, so dass die pakistanisch-afghanische Grenze 1981 zum größten Heroin-Produzenten der Welt wurde. Alfred McCoy bestätigt in seiner Studie „Drug Fallout: the CIA’s Forty Year Complicity in the Narcotics Trade”:

„Als das Heroin diese Labore an Pakistans nordwestlicher Grenze verließ, importierte die sizilianische Mafia die Drogen in die USA, wo sie bald 60 Prozent des US-amerikanischen Heroin-Marktes eroberten. Das heißt, 60 Prozent der US-amerikanischen Heroinversorgung stammten indirekt aus einer CIA-Operation. Während des Jahrzehnts dieser Operation, in den 1980er Jahren, nahm das bedeutende DEA-Kontingent in Islamabad keine Festnahmen vor und beteiligte sich nicht an Beschlagnahmungen, so dass die Syndikate de facto freie Hand hatten, Heroin zu exportieren.“1

Es ist offensichtlich, dass die unabhängige, nationalistische Regierung der DVPA, wegen der Einstellung des Anbaus von Schlafmohn und der Nutzung der Ressourcen des Landes zur Modernisierung und Aufwertung der eigenen Bevölkerung, von den USA als Bedrohung für ihre Interessen angesehen wurde, die beseitigt werden musste. Ein Hauptziel der von den USA angeführten Mudschahedin – oder, nebenbei bemerkt, irgendeiner militärisch geführten Aktion der USA – gegen Afghanistan war stets die Wiederherstellung und Sicherung des Opiumhandels. Schließlich war der Drogenhandel in den 1970er Jahren die Hauptfinanzierungsquelle der CIA für paramilitärische Streitkräfte gegen antiimperialistische Regierungen und Befreiungsbewegungen im globalen Süden, zusätzlich zum Schutz der Vermögenswerte der USA im Ausland. Die internationalen Beziehungen der CIA zum Drogenhandel reichen bis in das Jahr 1949 zurück, in dem der lange Krieg Washingtons gegen die Koreanische Halbinsel begann. Der Schritt der DVPA, den Mohnanbau zu unterbinden und die Ausbeutung durch die Drogenkartelle zu beenden, wurde von den US-Imperialisten als „zu weit gehend” angesehen. Ein signifikanter Rückgang der Opiumproduktion würde einen enormen Gewinnverlust für die Wall Street und die großen internationalen Banken bedeuten, die ein eigennütziges Interesse am Drogenhandel haben. Tatsächlich berichtete der Internationale Währungsfonds (IWF), dass die Geldwäsche 2–5% des BIP der Weltwirtschaft ausmachte und dass ein großer Prozentsatz der jährlichen Geldwäsche, der sich auf 590 Milliarden bis 1,5 Billionen Dollar belief, direkt mit dem Drogenhandel verbunden war. Die Gewinne aus dem Drogenhandel fließen oft in von Amerikanern und Briten kontrollierte Offshore-Banken.

Die Gründe für die Kampagne der DVPA zur Ausmerzung der Schlafmohn-Ernte beruhten nicht nur auf praktischen, gesundheitlichen Gründen, sondern auch auf der Rolle der Betäubungsmittel in der Geschichte des Kolonialismus in Asien. Historisch gesehen machten Kartelldrogenbarone imperialistische Nationen erst möglich, dienten bourgeoisen Interessen und setzten billige, ausgebeutete Sklavenarbeit ein. Oftmals wurden die Bauern, die auf diesen Mohnfeldern arbeiteten, heroinabhängig und arbeiteten sich buchstäblich zu Tode. Unter Kartellen versteht man monopolistische Allianzen, in denen sich die Partner auf die Verkaufs- und Zahlungsbedingungen einigen und die Märkte durch Festsetzung der Preise und der Menge der herzustellenden Waren untereinander aufteilen. In Bezug auf die Rolle von Kartellen im Spätkapitalismus schrieb Lenin:

„Die Monopolverbände der Kapitalisten – die Kartelle, Syndikate und Trusts – teilen vor allem den ganzen Binnenmarkt unter sich auf, indem sie die Produktion des betreffenden Landes mehr oder weniger vollständig an sich reißen. Aber der Binnenmarkt hängt unter dem Kapitalismus untrennbar mit dem Außenmarkt zusammen. Der Kapitalismus hat längst den Weltmarkt geschaffen. Und in dem Maße, wie der Kapitalexport wuchs und die ausländischen und kolonialen Verbindungen und ‚Einflußsphären‘ der riesigen Monopolverbände sich in jeder Weise erweiterten, kam es ‚natürlicherweise‘ unter ihnen zu Abmachungen im Weltmaßstab, zur Bildung von internationalen Kartellen.

Das ist eine neue Stufe der Weltkonzentration des Kapitals und der Produktion, eine unvergleichlich höhere Stufe als die vorangegangenen.“

Internationale Kartelle, insbesondere Drogenkartelle, sind Symptome dafür, wie sich das Kapital global ausgeweitet und angepasst hat, um eine globale Wohlstandsverteilung zu schaffen, die auf der territorialen Aufteilung der Welt, dem Ringen um Kolonien und dem „Kampf um Einflusssphären“ basiert. Genauer gesagt dienen internationale Kartelle als Verwalter der imperialistischen Nationen bei der Plünderung der unterdrückten oder kolonisierten Nationen. Daher rühren die Massenkampagnen zur Beendigung von Drogensucht und zur Bekämpfung des Drogenhandels, die nicht nur in Afghanistan unter der DVPA, sondern auch im revolutionären China 1949 und von anderen antiimperialistischen Bewegungen durchgeführt wurden. Natürlich sahen die Opiumhändler und ihre Partner aus der organisierten Kriminalität in Afghanistan die Kampagne gegen den Anbau von Opium, neben anderen fortschrittlichen Reformen, als Affront an; dies machte sie zu idealen Rekruten für die Mudschahedin.

Aber warum der „Zusammenbruch” der Beziehungen zwischen den USA und den Taliban ab Anfang der 2000er Jahre? Man muss beachten, dass die Mitglieder der Taliban zu den verschiedenen Fraktionen der Mudschahedin gehörten, deren Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten bis in die späten 1970er Jahre zurückreicht; und es war klar, dass den USA bewusst war, dass sie mit islamischen Fundamentalisten zusammenarbeiteten. Die von den Taliban, während sie an der Macht waren, begangenen Menschenrechtsverletzungen waren gut dokumentiert, bevor sich ihre Beziehungen zu den USA im Jahr 2000 verschlechterten. Was zur Verschlechterung der Beziehungen führte, war die Tatsache, dass die Taliban beschlossen hatten, den Anbau von Schlafmohn drastisch zu reduzieren. Dies führte zur direkten US-Militärintervention von 2001 in Afghanistan und zum anschließenden Sturz der Taliban; die USA nutzten die Angriffe auf das World Trade Center und das Pentagon als Vorwand, obwohl es zu dieser Zeit keinen Beweis dafür gab, dass die Taliban an ihnen beteiligt waren oder überhaupt Kontakt zu Osama bin Laden hatten. Die USA ersetzten die Taliban bald durch eine andere Fraktion der Mudschahedin, die den von den Imperialisten aufgestellten Regeln besser entsprach. Mit anderen Worten, die Taliban wurden nicht notwendigerweise verdrängt, weil sie eine bedeutende Herausforderung für die US-amerikanische Hegemonie darstellten, wie es die DVPA getan hatte, oder wegen ihrer Behandlung von Frauen – sie versteckten auch nicht Osama bin Laden; es lag daran, dass sie mehr zu einer Verbindlichkeit als zu einem Vermögenswert geworden waren. Es ist ein weiterer Fall, in dem das Imperium seine Marionetten abwarf, da sie ihre Nützlichkeit aufgrund von Inkompetenz verloren hatten und nicht in der Lage gewesen waren, „die Regeln richtig zu befolgen” – ähnlich wie die Absetzung des Militärdiktators Manuel Noriega, der streng proamerikanisch war und, in Zusammenarbeit mit weiteren CIA-Agenten und dem berüchtigten Kartelldrogenkönig Pablo Escobar, zuvor für die CIA Drogen verkauft hatte, um die bei der Finanzierung der antikommunistischen Kampagne in Mittelamerika zu helfen.

George W. Bush besucht Hamid Karzai, der in der Vergangenheit Teil der Mudschahedin war und die Marionettenregierung führte, welche die Taliban abgelöst hatte.

2002 und infolge der Intervention von 2001 erlebte die lukrative Schlafmohnproduktion erneut einen enormen Boom. Im Jahr 2014 machte Afghanistans Schlafmohnproduktion 90% der weltweiten Heroinversorgung aus, was zu einem Rückgang der Opiumpreise führte. Laut einem Bericht des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) stieg die Opiumproduktion in Afghanistan bis zum Jahr 2016 um 43% auf 4.800 Tonnen.

Obwohl die Vereinigten Staaten immer zu den größten Ölproduzenten der Welt gehörten, bestand ein weiterer Grund für die Errichtung einer ständigen US-Militärpräsenz in Afghanistan darin, die Kontrolle über ihre riesigen, ungenutzten Ölreserven zu erlangen, von denen die USA schon vor dem 11. September 2001 gewusst hatten. Öl ist ein weiteres lukratives Gut, und es war auch in diesem Bereich für die USA wichtig, sicherzustellen, dass Afghanistan eine gefügige Regierung hat, die ihren Forderungen nachkommt. Natürlich wurde die nationalistische Regierung der DVPA auch als Bedrohung für die Gewinninteressen der US-Ölunternehmen angesehen, und jede Nation, die ein unabhängiger Ölproduzent (oder im Falle Afghanistans lediglich ein potenzieller unabhängiger Ölproduzent) war, wurde von den USA als nerviger Konkurrent betrachtet. Afghanistan begann seine erste kommerzielle Ölförderung jedoch erst 2013, was teilweise auf die anhaltende geopolitische Instabilität zurückzuführen ist, aber auch darauf, dass die Opiumproduktion weiterhin die Wirtschaft dominiert. Darüber hinaus ist es wahrscheinlich, dass weder die Monarchie noch die DVPA begriffen, dass es so große ungenutzte Ölreserven gibt, da von 1957 bis 1989 nur sehr begrenzte Ölmengen (im Vergleich zu den höheren Erdgasmengen) gefördert wurden und dies eingestellt wurde sobald die sowjetischen Truppen abgereist waren. Später wurden in den neunziger Jahren Neubewertungen vorgenommen; daher die „Entdeckung“ des ungenutzten Erdölpotenzials durch die USA. Als jedoch intensive Verhandlungen zwischen dem in den USA ansässigen Ölkonzern Unocal und den Taliban 1998 aufgrund eines Streits über einen Pipeline-Deal, den letztere mit einem konkurrierenden argentinischen Unternehmen abschließen wollten, ungelöst blieben, führte dies zu wachsenden Spannungen zwischen den USA und den Taliban. Der Grund für den Streit war, dass Unocal die primäre Kontrolle über die Pipeline zwischen Afghanistan und Pakistan, die in den Indischen Ozean überging, haben wollte. Von diesem Zeitpunkt an begannen die USA, in den Taliban ein Hindernis für ihr Vorrecht, eine politische und wirtschaftliche Dominanz über Zentral- und Westasien zu etablieren, zu sehen.

In beiden Fällen sind Öl und andere „strategische“ Rohstoffe wie Opium für die USA von wesentlicher Bedeutung, um ihre weltweite, monopolistische Macht aufrechtzuerhalten. Hier sehen wir eine Manifestation der ökonomischen Wurzeln des Aufbaus von Imperien.

Der originale „moderate Rebell“

Originalausgabe des Artikels von Robert Fisk, der den sogenannten „Friedenskrieger“ Osama bin Laden rühmt.

Einer der Hauptakteure im antisowjetischen, von den USA geführten Regimewechselprojekt gegen Afghanistan war Osama bin Laden, ein in Saudi-Arabien geborener Millionär, der aus einer wohlhabenden, mächtigen Familie stammte, die eine saudische Baufirma besitzt und enge Beziehungen zur saudischen Königsfamilie unterhalten hat. Bevor Osama bin Laden als „Boogeyman” der USA bekannt wurde, wurde er mit der Beschaffung von Spenden für die Mudschahedin-Aufständischen beauftragt. Dabei wurden zahlreiche Wohltätigkeitsorganisationen und Stiftungen gegründet und in Abstimmung mit dem saudischen Geheimdienst (der als Verbindungsmann zwischen den Kämpfern und der CIA fungierte) gearbeitet. Der Journalist Robert Fisk schrieb bin Laden sogar eine begeisterte Bewertung und nannte ihn 1993 in einem Bericht für die Independent einen „Friedenskrieger” und einen Philanthrop. Bin Laden kümmerte sich auch um Rekrutierungen für die Mudschahedin und soll außerdem Sicherheitstraining von der CIA erhalten haben. Und 1989, im selben Jahr, in dem sich die sowjetischen Truppen zurückzogen, gründete er mit einer Reihe von Kämpfern, die er für die Mudschahedin rekrutiert hatte, die Terrororganisation al-Qaida. Obwohl die DVPA bereits gestürzt und die Sowjetunion aufgelöst worden war, unterhielt er weiterhin Beziehungen zur CIA und zur NATO und arbeitete von Mitte bis Ende der neunziger Jahre mit ihnen zusammen, um die abtrünnigen, bosnischen Paramilitärs und die Befreiungsarmee des Kosovo (UÇK) bei der Zerstörung und der Auflösung Jugoslawiens zu unterstützen.

Die Vereinigten Staaten machten Bin Laden nach den Terroranschlägen von 2001 schließlich zu einem Sündenbock, obwohl sie weiterhin Verbindungen zu seiner Familie unterhalten und al-Qaida und ihren Verbündeten (von den westlichen Medien als „gemäßigte Rebellen“ vermarktet) in ihrem neuesten Regimewechselprojekt gegen Syrien, das im Jahr 2011 begann, Waffen, Ausbildung und Finanzmittel zur Verfügung stellen. Die Mudschahedin brachten nicht nur al-Qaida zur Welt, sondern bildeten auch einen Präzedenzfall für die Regimewechsel-Operationen der Vereinigten Staaten in späteren Jahren gegen die antiimperialistischen Regierungen von Libyen und Syrien.

Reagan unterhält Mudschahedin-Kämpfer im Weißen Haus.

Mit dem (zumindest vorläufigen) Ende des Zyklus von Weltkriegen ist es für die Vereinigten Staaten zunehmend üblicher geworden, lokale Paramilitärs, terroristische Gruppen und/oder die Streitkräfte von Kompradoren-Regimen für den Kampf gegen Nationen einzusetzen, die Ziele der US-Kapitalinteressen sind. Warum die Verwendung von Stellvertreterkräften? Sie sind, wie Whitney Webb beschreibt, „ein politisch sicheres Instrument, um den geopolitischen Willen der USA im Ausland zu projizieren“. Der Einsatz von Stellvertreterkrieg als eine Art Machtprojektionsinstrument ist in erster Linie kostengünstig, da bezahlte, lokale Söldner oder terroristische Gruppen wie al-Qaida anstelle von amerikanischen Truppen in Ländern wie Libyen und Syrien die Last der Kämpfe und die Opfer tragen. Zum Beispiel kostet es viel weniger, lokale Paramilitärs, Banden, Verbrechersyndikate, Terroristengruppen und andere reaktionäre Kräfte zu bezahlen, um dieselben Militäreinsätze wie US-Truppen durchzuführen. Außerdem wurde es mit dem Aufkommen von Atomwaffen für die globalen Supermächte viel gefährlicher, in direkten Kampf miteinander zu geraten – wenn die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten dies getan hätten, hätte die Gefahr einer „beidseitig garantierten Zerstörung“ bestanden – die starke Möglichkeit eines sofortigen und katastrophalen Schadens für die Bevölkerung und den Wirtschafts- und Lebensstandard beider Seiten; etwas, das keine Seite riskieren wollte, auch wenn es das ultimative Ziel des US-Imperialismus war, die Sowjetunion zu zerstören. Und so waren die USA bereit, andere Mittel einzusetzen, um die Sowjetunion zu schwächen und ihre Gewinne zu sichern, einschließlich der Beseitigung der Demokratischen Republik Afghanistan, auch wenn sie weder die Absicht noch die Mittel hatten, eine Militäroffensive auf amerikanischem Boden zu starten. Mittlerweile verfügte die Sowjetunion über die Mittel, um ein beträchtliches Angebot an modernen Waffen, einschließlich nuklearer Abschreckungsmittel, zu produzieren, um der glaubwürdigen Bedrohung durch die Vereinigten Staaten entgegenzuwirken. Die Sowjetunion mit Atomraketen zu treffen, wäre eine große Herausforderung für die Vereinigten Staaten gewesen, da dies zu einer überwältigenden Vergeltung durch die Sowjetunion geführt hätte. Um dieses Problem zu lösen, um die Zerstörung der Sowjetunion zu gewährleisten und gleichzeitig die USA vor ähnlicher Zerstörung zu schützen, stützte sich die CIA auf unkonventionellere Methoden, die bisher nicht als Teil der traditionellen Kriegsführung angesehen wurden, wie die Finanzierung von Stellvertreterkräften und der gleichzeitigen Ausübung von wirtschaftlichem und kulturellem Einfluss auf die amerikanische, inländische Sphäre und die Weltbühne.

Darüber hinaus ermöglicht die Stellvertreterkriegsführung die Kontrolle der öffentlichen Meinung, wodurch die US-Regierung der öffentlichen Kontrolle und den Fragen nach der gesetzlichen Autorisierung des Krieges entgehen kann. Da die Opposition der Öffentlichkeit im Wesentlichen unter Kontrolle ist, muss keine Zustimmung zu US-geführten Kriegen eingeholt werden, insbesondere dann, wenn das US-Militär sie von „hinter den Kulissen“ ausführt und ihre Beteiligung weniger offensichtlich erscheint. Tatsächlich gab es bei den Protesten gegen den Vietnamkrieg in den USA und anderen westlichen Ländern Massenaufmärsche. Und obwohl der von den USA angeführte Überfall auf Vietnam in geringem Maße mit Stellvertreterkriegsführung einherging, wurde er immer noch größtenteils mit amerikanischen „Stiefeln vor Ort“ geführt, ähnlich wie die 2001 erneuerte, von den USA angeführte Aggression gegen Afghanistan und die Invasion des Irak von 2003. Im Gegensatz dazu gab es beim Angriff der USA auf Afghanistan, der 1979 begann, wenig bis gar keinen Protest. Die Mudschahedin fanden sogar Unterstützung bei großen Teilen der westlichen Linken, die sich dem Stimmenchor der westlichen Mainstream-Medien anschlossen, um die DVPA zu verteufeln – eine unerbittliche imperialistische Propagandakampagne, die in späteren Jahren während der US-Kriege gegen Libyen und Syrien wiederholt werden sollte, mit dem Unterschied, dass die sozialen Medien zum Zeitpunkt des ersten Angriffs auf Afghanistan noch nicht an Bedeutung gewonnen hatten. Dies führt zur nächsten Frage: Warum rekrutiert man einige der reaktionärsten sozialen Kräfte im Ausland, von denen viele für völlige Rückständigkeit stehen?

In Afghanistan erwiesen sich solche Kräfte als nützlich bei der Mission, die modernisierende Regierung der DVPA zu stürzen, insbesondere da ihre Bestrebungen nach Antimodernität sich mit der US-Außenpolitik deckten; diese ultrakonservativen Kräfte werden auch heute noch von den Vereinigten Staaten eingesetzt. Tatsächlich hat der lange Krieg gegen Afghanistan viele bemerkenswerte Ähnlichkeiten mit dem langen Krieg gegen Syrien, wobei der rote Faden ist, dass der US-Imperialismus mit gewalttätigen sunnitischen Extremisten zusammenarbeitet, um die säkularen, nationalistischen und antiimperialistischen Regierungen dieser beiden ehemaligen Länder des „Sowjetischen Blocks“ zu stürzen. Ähnlich wie die DVPA hat die derzeitige und langjährige Regierung der Arabischen Sozialistischen Baath-Partei in Syrien viele Schritte zur Erreichung der nationalen Befreiung und der wirtschaftlichen Entwicklung unternommen, darunter: Land von aristokratischen Familien wegnehmen (von denen die Mehrheit sunnitische Muslime waren, wohingegen schiitische Muslime, vor allem aber Alawiten, traditionell zu den niedrigeren Ständen gehörten und im vor-baathistischen Syrien als Bürger zweiter Klasse behandelt wurden), es umverteilen und verstaatlichen, Syriens Öl- und Gasreserven verwenden, um das Land zu modernisieren und die Bevölkerung zu begünstigen, und die Rechte der Frauen als wichtigen Bestandteil der Säulen der Baath-Bewegung schützen. Einige dieser aristokratischen Grundbesitzer, genau wie ihre afghanischen Gegenstücke, reagierten gewaltsam und schlossen sich der Muslimbruderschaft an, die mit Unterstützung der CIA Terrorakte und andere Gräueltaten in Hama begingen, da sie im Jahr 1982 einen gescheiterten Versuch unternommen hatten, die Regierung von Hafiz al-Assad zu stürzen. Die Verbindung zwischen den beiden wird weiter gefestigt durch die Tatsache, dass es die Mudschahedin waren, aus denen al-Qaida hervorging; beide sind von der wahhabistischen Ideologie inspiriert, und einer ihrer Hauptfinanziers ist das Königreich Saudi-Arabien (sowie Israel, eine regionale imperiale Macht und ein wichtiger Verbündeter der Vereinigten Staaten). In beiden Fällen waren diese von den Wahhabiten inspirierten Kräfte vehement gegen Modernisierung und Entwicklung und wollten lieber große Teile der Bevölkerung verarmt halten, da sie versuchten, die DVPA und die Baathisten durch sunnitisch-fundamentalistische, antischiitische, theologische Autokratien zu ersetzen – mit anderen Worten durch Regime nach saudischem Vorbild. Diese reaktionären Kräfte sind nützliche Werkzeuge in den antikommunistischen Projekten und Destabilisierungskampagnen der CIA gegen unabhängige, nationalistische Regierungen, da die Anti-Modernitäts-Haltung der Gruppen ein Motiv für ihre Bemühungen ist, die wirtschaftliche Entwicklung zu sabotieren, was förderlich für die Sicherstellung eines günstigen Klimas für US-Kapitalinteressen ist. Es hilft auch, dass diese Gruppen die nationalistischen Regierungen der DVPA und der syrischen Baath-Partei bereits als ihre „Erzfeinde” betrachteten und sie somit bis zum Tod bekämpfen würden und Terrorakte gegen die jeweilige Zivilbevölkerung unternahmen.

Zbigniew Brzeziński antwortete 1998 in einem Interview mit Le Nouvel Observateur auf folgende Frage:

F: Und bereuen Sie es auch nicht, den islamischen Fundamentalismus unterstützt und zukünftigen Terroristen Waffen und Ratschläge gegeben zu haben?

[Brzeziński]: Was ist am wichtigsten für die Geschichte der Welt? Die Taliban oder der Zusammenbruch des Sowjetimperiums? Einige aufgewühlte Moslems oder die Befreiung Mitteleuropas und das Ende des Kalten Krieges?1

Einmal mehr macht er klar, dass der religiöse Extremismus der Mudschahedin kein Problem für Washington war, da der eigentliche politische Wert in der Beseitigung der DVPA und der Beendigung des sowjetischen Einflusses im Großraum Naher Osten lag, was den USA die Möglichkeit bot, einfach auf den Reichtum des Landes zuzugreifen und ihn zu stehlen. Und um die imperialistische Intervention der USA in Afghanistan zu rechtfertigen und die wahre Natur der Mudschahedin-Kämpfer zu verschleiern, musste die Intervention von einer rigorosen Massenmedienkampagne begleitet werden. Die Reagan-Administration – die genau wusste, dass die amerikanischen Mainstream-Medien internationalen Einfluss haben – setzte den Krieg, den die Carter-Administration begonnen hatte, fort und sah darin die Gelegenheit, ihren Propagandakrieg im Inland zu verschärfen, da die amerikanische Öffentlichkeit zu dieser Zeit dem Vietnamkrieg noch immer weitgehend kritisch gegenüber stand.

Im Rahmen der aggressiven imperialistischen Propagandakampagne wurde jeder, der es wagte, die Mudschahedin öffentlich zu kritisieren, abwertend mit Begriffen wie „Stalinist” oder „sowjetischer Apologet” verleumdet, die mit Bezeichnungen wie „russischer Agent” oder „Assadist” verwandt sind, die heute als Beleidigung gegen diejenigen verwendet werden, die sich gegen den von den USA unterstützten Terrorismus in Syrien aussprechen. Es gab auch sorgfältige Neuvermarktungsstrategien, die speziell für Osama bin Laden und die Mudschahedin-Söldner entwickelt wurden. Diese wurden als „revolutionäre Freiheitskämpfer” gefeiert und in den westlichen Medien einem romantischen, exotischen „Heiliger Krieger”-Imagewechsel unterzogen; daher der Titel dieses Abschnitts. Die Mudschahedin-Söldner erhielten sogar eine Widmungskarte am Ende des Hollywood-Films Rambo III, die lautete: „Dieser Film ist den mutigen Mudschahedin-Kämpfern Afghanistans gewidmet“1. Der Film selbst unterstrich das konstruierte, romantische Bild, indem er die Mudschahedin-Kämpfer als Helden, die Sowjetunion und die DVPA hingegen als karikaturistische Bösewichte darstellte. Das Rambo-Film-Franchise ist bekannt für seine Darstellung der Vietnamesen als „Wilde” und als Aggressoren im US-Krieg gegen Vietnam, was eine offensichtliche Verdrehung der Wahrheit darstellt. Das Hollywood-Blockbuster-Franchise wurde verwendet, um die Mudschahedin für das westliche Publikum ansprechender zu machen, da diese unverhohlene, eklatant antisowjetische Propaganda für den US-Imperialismus, mit einer der größten Filmmarketingkampagnen der Zeit, Millionen von Zuschauern anzog. Die Filme sind zwar formelhaft, lassen sich aber leicht konsumieren, weil sie Emotionen ansprechen. Michael Parenti führt in Dirty Truths aus: „Die Unterhaltungsindustrie gibt den Menschen nicht nur das, was sie wollen: Sie ist damit beschäftigt, diese Bedürfnisse zu formen.“1 Rambo III wurde zwar nicht von der Kritik gefeiert, war aber immer noch der kommerziell zweiterfolgreichste Film in der Rambo-Reihe, mit einem Gesamtumsatz von 189.015.611 US-Dollar an der Kinokasse. Die Produktion von Kriegspropagandafilmen ist nichts Neues und schon lange eine Tätigkeit der Hollywood-Industrie, die den kapitalistischen und imperialistischen Interessen dient. Da der Blockbuster jedoch eine der am weitesten verbreiteten Medienformen ist, war das Umpacken der Mudschahedin in eine beliebte Filmreihe bei weitem eine der besten (wenn auch eine zynische) Möglichkeiten, um den Krieg zu rechtfertigen, die von den USA konstruierte Erzählung aufrechtzuerhalten und die Dämonisierungskampagne gegen Sowjetrussland und die Demokratische Republik Afghanistan zu verstärken. Außerhalb des Kinos ging CBS News sogar so weit, gefälschtes Kampfmaterial auszustrahlen, um den Mythos, die Mudschahedin-Söldner seien „Freiheitskämpfer”, zu verewigen. Die amerikanischen Journalisten Paul Fitzgerald und Elizabeth Gould dokumentierten diese List, an welcher der Nachrichtensender teilnahm, obwohl sie entschieden voreingenommen gegen die Sowjetunion und ihre Verbündeten waren. In Bezug auf die Stellvertreter-Kriegsführung waren dies nur einige der Methoden, um von der Tatsache abzulenken, dass es sich um einen von den USA geführten Krieg handelte.

Die Widmung, wie sie ursprünglich am Ende des Films
Rambo III erschien.

In Afghanistan dienten die Stellvertreterkräfte als praktische Tarnung, weil sie die Aufmerksamkeit von der Tatsache ablenkten, dass der US-Imperialismus die Hauptursache des Konflikts war. Die Aufständischen halfen auch dabei, die Ziele der US-Außenpolitik, die DVPA und die Sowjetunion, zu verteufeln, während sie gleichzeitig, anstelle des amerikanischen Militärs, den größten Teil des physischen Kampfes bestritten. Grundsätzlich hilft das Vertuschen der Tatsache, dass die USA mit Hilfe von Stellvertreterkräften die ganze Zeit über „die Fäden gezogen“ haben, Washington dabei, sich eine logische Bestreitbarkeit im Bezug auf ihre Beziehung zu solchen Gruppen zu wahren. Wenn einer dieser Aufständischen zur Last wird, wie es mit den Taliban geschehen war, können sie genauso leicht entsorgt und durch kompetentere Sündenböcke ersetzt werden, ohne dass die US-Außenpolitik hinterfragt wird. Kriminelle Banden und paramilitärische Kräfte sind daher ideale und bequeme Instrumente für die US-Außenpolitik. Mit der Herrschaft der Kriegsherren und mit der Instabilität (Schäden an der Infrastruktur, Deindustrialisierung und gesellschaftlicher Zusammenbruch), die nach dem Sturz der DVPA folgten, sank der Lebensstandard Afghanistans rapide, was zu gezwungenen Massenmigrationen führte und das Land umso anfälliger für eine direktere militärische Intervention der USA machte – die schließlich im Jahr 2001 erfolgte.

Zbigniew Brzeziński: Pate der Farbrevolutionen und Stellvertreterkriege, Architekt der Mudschahedin

Brzeziński auf einem Forum des Center for Streategic and International Studies im Jahr 2015. Er starb am 26. Mai 2017 im Alter von 89 Jahren, ohne für die von ihm begangenen Kriegsverbrechen vor Gericht gestellt zu werden.

Der verstorbene Brzeziński war eine Schlüsselfigur in der US-Außenpolitik und eine sehr einflussreiche Persönlichkeit im Council on Foreign Relations. Obwohl der polnisch-amerikanische Diplomat und Politikwissenschaftler unter Ronald Reagans Präsidentschaft nicht länger der Nationale Sicherheitsberater war, spielte er weiterhin eine herausragende Rolle bei der Durchsetzung der außenpolitischen Ziele der USA und der Wahrung des globalen Monopols Washingtons. Die charakteristische Strategie dieses liberalen Ideologen des Kalten Kriegs bestand darin, die CIA zu nutzen, um Länder zu destabilisieren und ihnen Regimewechsel aufzuzwingen, wenn ihre Regierungen sich aktiv gegen Washington wehrten. Dies ist das Erbe von Brzeziński, dessen Strategie, die reaktionärsten Antiregierungskräfte zu finanzieren, um Chaos und Instabilität heraufzubeschwören und sie gleichzeitig als „Freiheitskämpfer” zu vermarkten, heute ein bewährter Grundbaustein des US-Imperialismus ist.

Wie konnten die aggressiven Propagandakampagnen, welche die Mudschahedin-Söldner als „Freiheitskämpfer” bewarben, die Unterstützung von so vielen westlichen Linken, die zuvor gegen den Vietnamkrieg waren, für die Aggressionen gegen die ehemalige Demokratische Republik Afghanistan gewinnen? Dies geschah durch den Einsatz von „Soft-Power“-Techniken durch die CIA, denn auch die linke Meinung musste im Rahmen der Durchführung der US-Außenpolitik und der US-Öffentlichkeitsarbeit kontrolliert und manipuliert werden. Brzeziński beherrschte die Kunst, Gebildete und leicht zu beeinflussende junge Menschen ins Visier zu nehmen, um sie für die US-Außenpolitik zu gewinnen, und brachte eine beachtliche Anzahl von Menschen dazu, US-geführte Kriege zu unterstützen. Die CIA investierte Geld in Programme, die Universitätscampusse, antisowjetische „radikal linke Aktivisten” und Akademiker (sowie Künstler und Schriftssteller) nutzten, um imperialistische Propaganda, gekleidet in vager, scheinbar „linker” Sprache und mit dem Anschein, „hipper”, „humanistischer”, „sozial gerecht” und etwas für „Freidenker” zu sein, zu verbreiten. Die westliche, vor allem aber die amerikanische, akademische Welt hat den Studenten seitdem postmoderne „Unterdrückungstheorie” oder „Privilegientheorie” beigebracht, die von Grund auf antimarxistisch und antiwissenschaftlich sind. Noch wichtiger war, dass diese postmoderne Infiltration vom Klassenkampf ablenken und dazu beitragen sollte, jegliche Form der Solidarität von antiimperialistischen Kämpfen abzulenken und unter Studenten und jedem mit „linken“ Neigungen eine virulente Feindseligkeit gegenüber der Sowjetunion zu fördern. Daher das Phänomen der Identitätspolitik, das die westliche Linke, deren Stärke in den 1970er Jahren effektiv kastriert worden war, bis heute plagt. Doch nicht nur das, wie Gowans in seinem Buch Patriots, Traitors and Empires: The Story of Korea’s Struggle for Freedom erwähnt:

„Die Universitäten rekrutieren talentierte Personen aus dem Ausland, vermitteln ihnen die imperialistische Ideologie und die Werte der USA und statten sie mit akademischen Zeugnissen aus, die es ihnen ermöglichen, in ihrer Heimat wichtige politische Positionen zu bekleiden. Auf diese Weise strukturieren die imperialen Ziele der USA indirekt die politischen Entscheidungen anderer Länder.“ (S.52-53)1

Und deshalb haben wir Einrichtungen und Denkfabriken wie die National Endowment for Democracy (NED), die einen wissenschaftlichen Eindruck erwecken und sich aktiv in Wahlen im Ausland einmischen – nämlich in Ländern, die Ziele der US-Außenpolitik sind. Die 1983 von Reagan gegründete und von der CIA geleitete Agentur hilft auch bei der Mobilisierung von Putschen und bezahlten „Regimekritikern” in von den USA geführten Regimewechselprojekten (wie dem fehlgeschlagenen Versuch von 2002 gegen Hugo Chavez in Venezuela) sowie bei der Schaffung von aggressiven Medienkampagnen, welche die Zielnationen dämonisieren. Ein weiteres Beispiel für diese „Soft Power”-Taktik zur Mobilisierung von von den USA unterstützten „Regimekritikern” in Zielnationen ist die Zahl der von der CIA gesponserten und von wahhabitischen Missionaren aus Saudi-Arabien in Afghanistan gegründeten, sunnitisch-islamistischen Madrasas (Schulen) – die in den 1980er Jahren in zunehmender Zahl auftauchten und im Laufe des Jahrzehnts mehr als 39.000 erreichten. Afghanistans öffentliche Bildungseinrichtungen waren vor dem Fall von Kabul 1992 weitgehend säkularisiert. Diese Madrasas waren die direkten ideologischen und intellektuellen Gegensätze zu den bestehenden Bildungseinrichtungen. Die Madrasas fungierten als Zentren für kultähnliche Gehirnwäsche und waren im Wesentlichen verdeckte psychologische Operationen (Psy-Ops) der CIA, welche die Spaltung fördern und jüngere Generationen von Afghanen angesichts imperialer Angriffe demobilisieren sollten, damit sie sich nicht mit dem von der DVPA geführten nationalen Widerstand gegen den Imperialismus verbünden würden.

Die Gründungsmitglieder der NED setzten sich aus Ideologen des Kalten Kriegs, zu denen Brzeziński selbst gehörte, sowie Trotzkisten zusammen, die eine endlose Menge von Verleumdungen gegen die Sowjetunion bereitstellten. Vor allem durch diese Einrichtung und unter der Leitung von Brzeziński brachte Amerika Künstler, „Aktivisten“, Akademiker und Schriftsteller hervor, die sich als „radikale Linke“ präsentierten und die Sowjetunion und die mit ihr verbündeten Länder verleumdeten – was alles Teil des Prozesses war, sie zu stürzen und sie dem US-Fundamentalismus des freien Marktes zu unterwerfen. Nachdem Brzeziński die Kunst gemeistert hatte, die Postmoderne und die Identitätspolitik unter den westlichen Linken anzuregen, um sie zu schwächen, hatten die Vereinigten Staaten nicht nur militärische und wirtschaftliche Macht auf ihrer Seite, sondern auch hochentwickelte, ideologische Instrumente, um die Oberhand in Propagandakriegen zu haben.

Diese „Soft Power“-Techniken sind äußerst wirksam, um die Brutalität des US-Imperialismus zu verschleiern und die Ausbeutung verarmter Nationen zu verbergen. Die Vermarktung der Mudschahedin-Söldner als „Friedenskrieger”, die gleichzeitige Dämonisierung der DVPA und die Bezeichnung sowjetischer Hilfe als „Invasion” oder „Aggression”, waren der Beginn der regulären Verwendung „humanitärer” Vorwände für imperialistische Interventionen. Der Angriff auf Afghanistan im Kalten Krieg kann daher als Vorlage für die von der NATO geführten Regimewechselprojekte gegen Jugoslawien, Libyen und Syrien angesehen werden, bei denen nicht nur von den USA unterstützte Stellvertretertruppen zum Einsatz kamen, sondern in den aggressiven Propagandakampagnen gegen die Zielländer auch „humanitäre“ Vorwände präsentiert wurden. Es dauerte jedoch bis zum Jahr 2002, bis die damalige amerikanische UN-Vertreterin Samantha Powers sowie mehrere mit den USA verbündete Vertreter die Vereinten Nationen dazu drängten, die „Responsibility to Protect“-Doktrin (R2P) offiziell in die Charta aufzunehmen – was im direkten Widerspruch zu dem Gesetz stand, das die Verletzung der Souveränität einer Nation als Verbrechen anerkennt. Die R2P-Doktrin ist aus dem illegalen 78-Tage-Luftangriff der NATO auf Jugoslawien vom 24. März bis zum 10. Juni 1999 hervorgegangen. Und obwohl die Pläne zur Auflösung Jugoslawiens bereits bis 1984 zurückreichen, begann die NATO erst in den 90er Jahren mit einer offenen Intervention – mit mehr nackter Aggression –, beginnend mit der Finanzierung und Unterstützung abtrünniger paramilitärischer Kräfte in Bosnien zwischen 1994 und 1995. Sie besiegelte dann 1999 die Zerstörung Jugoslawiens mit der Balkanisierung der serbischen Provinz Kosovo. Neben dem Einsatz terroristischer und paramilitärischer Gruppen als Stellvertreter, die von der CIA geschult und finanziert wurden, waren die laufenden Dämonisierungskampagnen gegen die Serben, die im Zentrum eines bösartigen westlichen Medienpropagandakriegs standen, ein wichtiges Merkmal dieser „humanitären“ Intervention. Einige der ungeheuerlichsten Teile dieser Dämonisierungskampagnen – die gleichbedeutend mit Verleumdung und Beleidigung waren – waren die Behauptungen, die Serben hätten einen „Völkermord“ an ethnischen Albanern begangen. Die NATO-Bombenkampagne war illegal, da sie weder vom UN-Sicherheitsrat genehmigt noch unterstützt wurde.

Auch damals, während der von den USA angeführten Kampagne gegen Jugoslawien, war Brzeziński nicht der Nationale Sicherheitsberater. Als Mitglied des Council on Foreign Relations, einer privaten Organisation und Denkfabrik der Wall Street, übte er jedoch weiterhin Einfluss aus. Der Council on Foreign Relations ist eng mit einflussreichen NGOs verbunden, die im Wesentlichen Propagandamundstücke der US-Außenpolitik sind; wie beispielsweise Human Rights Watch, das Berichte über Gräueltaten erfunden hat, die angeblich von Ländern begangen wurden, die vom US-Imperialismus ins Visier genommen wurden. Offensichtlich endete die ungebremste imperialistische Aggression der USA weder mit der Zerstörung der ehemaligen Demokratischen Republik Afghanistan noch mit der Auflösung der Sowjetunion. Die Jahre nach dem Kalten Krieg waren eine Fortsetzung des Strebens des US-Imperialismus nach mehr Einflusssphären und globaler Herrschaft. Es war auch ein Kampf um die Überreste des ehemaligen „Sowjetischen Blocks“ und des Warschauer Pakts. Die Auflösung Jugoslawiens war, bildlich gesprochen, der „letzte Nagel im Sarg“ des sowjetischen Einflusses in Osteuropa.

Das Ableben der Sowjetunion und die Frage nach der „Afghanischen Falle“

Von links nach rechts: der frühere afghanische Präsident
Babrak Karmal
und Leonid Breschnew. Karmal trat ungefähr zur selben Zeit (Dezember 1979) sein Amt an, als die DVPA Moskau aufforderte, einzugreifen, um dem belagerten Afghanistan zu helfen.

Die Sabotage und die anschließende Auflösung der Sowjetunion bedeuteten, dass nur noch ein globaler Hegemon übrig blieb, nämlich die Vereinigten Staaten. Bis 1989 war die Sowjetunion das Hindernis, das die USA davon abhielt, eine stärkere militärische Intervention in Afghanistan sowie in Zentral- und Westasien zu starten. Während der Rückzug nicht sofort zur Niederlage Kabuls führte, da die Streitkräfte der DVPA-Regierung noch drei Jahre lang weiterkämpften, wirkte sich die Entscheidung Michail Gorbatschows, die sowjetischen Truppen abzuziehen, vermutlich viele Jahre lang nachteilig auf Afghanistan aus. Obwohl es in den letzten drei Jahren der Präsidentschaft Nadschibullahs keine sowjetische Militärunterstützung gab, erhielt Afghanistan weiterhin Hilfe von der UdSSR, außerdem blieben noch einige sowjetische Militärberater (auch wenn sie in ihrer Kapazität begrenzt waren); dies trug trotz der extremen Schwierigkeiten und zusammen mit der immer noch relativ hohen Moral der Nation zumindest dazu bei, dass die Regierung nicht auf der Stelle gestürzt wurde. Dies widersprach den Erwartungen der USA, da die CIA und die Administration George H.W. Bushs geglaubt hatten, dass die Regierung Nadschibullahs fiel, sobald die sowjetischen Truppen abgezogen würden. Was der Armee der Demokratischen Republik Afghanistan jedoch wirklich schadete, war der Zerfall der Sowjetunion im Jahr 1991; fast augenblicklich nachdem die Auflösung passierte und Boris Jelzin (mit Unterstützung der USA) das Amt des Präsidenten Russlands übernahm, blieb die Hilfe aus und die Regierungstruppen konnten nicht viel länger durchhalten. Die US-Aggression blieb ungehindert, und Afghanistan hat bis heute keine geopolitische Stabilität erlebt und ist seitdem ein weitgehend verarmter „gescheiterter Staat“, der Terroristengruppen wie ISIS und al-Qaida als Ausbildungsstätte dient. Es ist weiterhin ein anarchisches Schlachtfeld zwischen rivalisierenden Kriegsherren, zu denen die gestürzten Taliban und die US-Marionettenregierung, die sie abgelöst hat, gehören.

Aber, wie oben bereits erwähnt, führte die „afghanische Falle” nicht allein zum Zerfall der Sowjetunion. Im selben Interview mit Le Nouvel Observateur sagte Brzeziński Folgendes, um die Frage nach der Aufstellung der „Falle“ zu beantworten:

F: Trotz dieses Risikos waren Sie ein Befürworter dieser verdeckten Aktion. Aber vielleicht wünschten Sie selbst diesen sowjetischen Kriegseintritt und versuchten, ihn zu provozieren?

[Brzeziński]: Ganz so ist es nicht. Wir haben die Russen nicht zum Eingreifen gedrängt, aber wir haben wissentlich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sie es tun würden.1

Michail Gorbatschow nimmt am 15. Oktober 1990 den Friedensnobelpreis von George H.W. Bush entgegen. Viele Russen sahen diese Geste als Verrat an, während der Westen sie feierte, weil er für seine Kapitulation vor dem US-Imperialismus in der Außen- und Wirtschaftspolitik ausgezeichnet wurde.

Ebenso wie mit Kuba und Syrien unterhielt die UdSSR auch mit der Demokratischen Republik Afghanistan ein gut etabliertes Bündnis, das gegenseitige Hilfe und Partnerschaft umfasste. Kabuls ausdrückliche Bitte um Unterstützung zu beantworten, war eine wohlüberlegte und bewusste Entscheidung Moskaus, und es hat sich so ergeben, dass die Mehrheit der Afghanen dies begrüßte. Trotz etwaiger Fehler, die Leonid Breschnew, der damalige Generalsekretär, möglicherweise machte (und die einiges an Kritik verdienen, aber nicht im Mittelpunkt dieses Artikels stehen), war die Entscheidung von 1979, im Auftrag Afghanistans gegen den US-Imperialismus einzugreifen, keiner von ihnen. Es ist wahr, dass sowohl die sowjetischen als auch die US-amerikanischen Interventionen militärische Interventionen waren, aber der Hauptunterschied besteht darin, dass die USA reaktionäre Kräfte unterstützten, um eine koloniale Herrschaft zu etablieren, und eindeutig die afghanische Souveränität verletzten. Man muss auch bedenken, dass Afghanistan seinen König erst 1973, nur sechs Jahre vor Beginn des Konflikts, abgesetzt hatte. Das Land mag schnell auf Industrialisierung und Modernisierung umgestiegen sein, aber bis 1979 war nicht viel Zeit, um seine militärischen Verteidigungen vollständig auszubauen.

Davon abgesehen wäre es vielleicht zutreffender zu sagen, dass die Sowjetunion aufgrund einer Vielzahl von Faktoren implodierte: nämlich die allmählichen Schritte, welche die US-Außenpolitik im Laufe der Jahre unternommen hatte, um die sowjetische Wirtschaft zu lähmen, insbesondere nach dem Tod von Breschnew und Juri Andropow. Wie Gorbatschow während des von den USA angeführten Angriffs auf Afghanistan reagierte, trug zweifellos dazu bei, die Bedingungen zu verschärfen, die zur Auflösung führten. Nach dem Tod von Breschnew und Andropow wurde die Wirtschaft der Sowjetunion unorganisiert und im Großteil der 1980er Jahre liberalisiert. Nicht nur das: die Reagan-Regierung ließ außerdem das Wettrüsten, das sich verschärfte, nachdem sie die vorher Mitte der 1970er Jahre erfolgte „Entspannung” beseitigt hatte, schlagartig zunehmen. Bereits Ende der 1970er Jahre, noch vor Reagans harter, bombastischer Rhetorik und seiner Eskalation gegen die UdSSR, zeigte die Sowjetunion Anzeichen von Beanspruchung durch das Wettrüsten. Dennoch, trotz der wirtschaftlichen Belastungen waren die organisierten, gemeinsamen Operationen der sowjetischen und der afghanischen Armee während des Höhepunkts des Kriegs recht erfolgreich darin, sich gegen die Mudschahedin zu wehren, wobei viele der dschihadistischen Führer entweder getötet wurden oder nach Pakistan flohen. Daher ist es falsch zu sagen, dass die Intervention in Afghanistan im Namen des afghanischen Volkes „die Sowjetunion zur Strecke gebracht“ hätte.

In einem fehlgeleiteten und letztendlich gescheiterten Versuch, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, versuchte Gorbatschow, den Kalten Krieg zu beenden, indem er den Verbündeten die militärische Unterstützung entzog und der Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten, die „Frieden” versprachen, zusagte. Als er den Neoliberalismus akzeptierte und die UdSSR für die von den USA dominierte kapitalistische Weltwirtschaft öffnen ließ, implodierte die sowjetische Wirtschaft und die Auswirkungen bekamen ihre Verbündeten zu spüren. Mit anderen Worten, es war eine Kapitulation vor dem US-Imperialismus; und es führte nicht nur in Afghanistan, sondern auch in mehreren anderen Ländern zu katastrophalen Ergebnissen. Dazu gehören: die Zerstörung Jugoslawiens, beide Kriege gegen den Irak und die NATO-Invasion in Libyen 2011. Auch die Mitglieder des Warschauer Paktes in Osteuropa konnten sich nicht mehr wirksam gegen von den USA unterstützten Farbrevolutionen wehren. Einige von ihnen wurden schließlich als NATO-Mitglieder aufgenommen, wie die Tschechoslowakei, die aufgelöst und in zwei Staaten aufgeteilt wurde: die Tschechische und die Slowakische Republik. Ohne die Kontrolle durch Sowjetrussland war es den Vereinigten Staaten fast zwei Jahrzehnte lang möglich, eine Reihe von hemmungslosen Angriffen zu starten. Wegen seiner Entscheidung, sich, im Zuge eines aussichtslosen Versuchs, die Sowjetunion in eine Sozialdemokratie ähnlich jenen der nordischen Länder zu verwandeln, gänzlich aus dem Wettrüsten zurückzuziehen, beraubte Gorbatschow die russische Armee ihrer Schlagkraft, indem er signifikante Kürzungen ihres Verteidigungsetats vornahm. Dies erklärt teilweise, warum sie zum Evakuieren gezwungen war. Nicht nur das – die diplomatischen und militärischen Zugeständnisse an die Vereinigten Staaten brachten ihnen nicht einmal eine Gegenleistung; daher die Wirtschaftskrise in Russland während der Jelzin-Jahre. Es genügt zu sagen, dass sich viele in Russland nicht gerade liebevoll an die Gorbatschow-Jelzin-Jahre erinnern und viele in Gorbatschow einen Verräter und westlichen Agenten sehen, der dabei half, die Sowjetunion zu ihrem Zusammenbruch zu führen. In den letzten Jahren werden Anstrengungen unternommen, um die von Gorbatschow in Bezug auf Afghanistan ergriffenen Maßnahmen zu bewerten. Dies beinhaltet die Ablehnung und Revision der von ihm vorgelegten Resolution, die andeutete, die Intervention der UdSSR in Afghanistan sei „beschämend“ gewesen.

Kurz gesagt, Afghanistan hat nicht den Niedergang der Sowjetunion herbeigeführt, auch wenn dafür große Militärausgaben erforderlich waren. Genauer: Es war Gorbatschows impulsive Entscheidung, die Planwirtschaft schnell zugunsten einer Marktwirtschaft zu verwerfen, um die Vereinigten Staaten zu besänftigen, die das falsche Versprechen abgaben, dass die NATO nicht nach Osten expandieren würde. Wenn es eine echte „Falle” gab, dann war es diese, und Gorbatschow spielte dem US-Imperialismus direkt in die Hände. So erhielt die Sowjetunion am Ende einen verheerenden Schlag von den Vereinigten Staaten – nicht von einer kleinen, unbedeutenden Nation wie Afghanistan, die weiterhin am stärksten unter den Auswirkungen dieser vergangenen Ereignisse leidet. Seit vielen Jahren, besonders aber seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, bemühten sich die Vereinigten Staaten unablässig, die UdSSR zu schwächen, indem sie ihrer Wirtschaft eine Belastung nach der anderen zufügten, zusätzlich zur psychologischen Kriegsführung, die durch antisowjetische Propaganda und militärische Bedrohungen gegen sie und ihre Verbündeten geführt wurde. Trotz aller Fortschritte in der Vergangenheit war die Wirtschaft der Sowjetunion immer noch nicht so groß wie die der Vereinigten Staaten. Und so, um mit der NATO Schritt zu halten und wegen der sehr realen und signifikanten Bedrohung, die der US-Imperialismus darstellte, hatte die Sowjetunion keine andere Wahl, als einen großen Prozentsatz ihres BIP für ihr Militär und zur Verteidigung ihrer Verbündeten auszugeben, zu denen nationale Befreiungsbewegungen in der Dritten Welt gehörten. Wenn sie kein Geld dafür ausgegeben hätte, wäre ihr Untergang höchstwahrscheinlich viel früher passiert. Aber letztendlich schufen diese zunehmenden Bemühungen des US-Imperialismus einen Umstand, in dem ihre Führung unter Gorbatschow zu einer Fehleinschätzung kam und impulsiv und nachlässig reagierte, anstatt trotz der Angriffe mit Widerstandskraft zu handeln.

Es sollte auch berücksichtigt werden, dass der Zweite Weltkrieg einen tiefgreifenden Einfluss auf die sowjetische Führung hatte – von Josef Stalin bis Gorbatschow –, denn obwohl die Rote Armee die Nazis besiegte, hatte die großflächige Zerstörung die sowjetische Wirtschaft immer noch in unglaubliche Bedrängnis gebracht und sie brauchte Zeit, um sich zu erholen. Die günstige geografische Lage der Vereinigten Staaten verhinderte, dass sie infolge des Zweiten Weltkriegs die gleichen Verluste und Infrastrukturschäden erleiden mussten, die in Europa und Asien zu verzeichnen waren. Dies ermöglichte ihrer Wirtschaft eine viel schnellere Erholung und gab ihr genügend Zeit, um schließlich den US-Dollar als die internationale Währung zu etablieren und ihre Herrschaft über die Weltwirtschaft geltend zu machen. Außerdem hatten die USA bis 1944 zwei Drittel der weltweiten Goldreserven angesammelt, um den Dollar zu stützen; und selbst wenn sie einen großen Teil des Goldes verlieren würden, wären sie durch die Entwicklung des Papiergeldsystems zur Absicherung der Währung dennoch in der Lage, die Vormachtstellung des Dollars aufrechtzuerhalten. Aufgrund der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg war es verständlich, dass die Sowjetunion einen weiteren Weltkrieg vermeiden wollte, weshalb sie auch mehrere Versuche unternahm, eine Art Diplomatie mit den Vereinigten Staaten aufzubauen (bevor Gorbatschow vollständig kapitulierte). Gleichzeitig wurde ihr klar, dass die Aufrechterhaltung ihrer militärischen Verteidigung wegen der Gefahr eines Atomkriegs durch die Vereinigten Staaten, der weitaus katastrophaler gewesen wäre als die militärischen Angriffe der Nazis gegen die Sowjetunion, da Hitler über kein nukleares Arsenal verfügte, wichtig war. Dies war Teil einer Leistung, die der US-Imperialismus vollbringen konnte, die letztendlich den britischen, französischen, deutschen und japanischen Imperialismus in den Schatten stellte, wie Brzeziński in seinem Buch The Grand Chessboard: American Primacy and its Geostrategic Imperatives enthüllt: ein beispielloser militärischer Apparat, der bei weitem die effektivste globale Reichweite hatte und es den USA ermöglichte, „Kräfte über große Entfernungen zu entsenden”, um ihre globale Vorherrschaft zu behaupten und ihren „politischen Willen” durchzusetzen. Und was das amerikanische Imperium vom japanischen Kaiserreich, dem britischen Empire und anderen europäischen Reichen unterscheidet, ist, dass eine der Grundlagen für seine Ideologie die gesellschaftlich aufgebaute, internationale Hierarchie der Nationen ist, und keine Ethnien, wie das bei den anderen, vorgenannten Reichen der Fall war. Diese konstruierte, internationale Hierarchie von Nationen ist effektiver, weil sie nicht nur einen größeren Expansionismus bedeutet, sondern auch die größere Fähigkeit, globalen Vorrang und Vormachtstellung auszuüben. Besonders in Zentralasien und im Nahen Osten war es immer das Ziel der von der CIA unterstützten wahhabitischen und salafistischen Gruppen, Sektierertum und Zwietracht zu fördern, um einer breiten Einheitsfront der Nationen gegen den Imperialismus entgegenzuwirken – ein Beispiel für „Teile und herrsche!“, was eine uralte Tradition von Imperien ist, nur dass es dieses Mal neoliberale Charakteristika aufweist.

Daher sollten die Mudschahedin gegen Afghanistan nicht einfach als „afghanische Falle” betrachtet werden, sondern als die Unterwerfung und Plünderung West- und Zentralasiens durch die USA und als wichtiger (wenn auch zynischer) Meilenstein bei der Gestaltung ihrer Außenpolitik in Bezug auf die Region für viele kommende Jahre. Wenn eines in der US-Außenpolitik gegenüber West- und Zentralasien eine Konstante geblieben ist, so ist es die strategische Partnerschaft mit der Ölautokratie Saudi-Arabien, die als Verwalter der Vereinigten Staaten bei der Sicherung der Gewinne amerikanischer Erdölkonzerne fungiert und Westmächte aktiv bei der Niederschlagung von säkularem arabischem und zentralasiatischem nationalistischem Widerstand gegen den Imperialismus unterstützt. Die saudische Monarchie wurde 2011 in Syrien erneut von der US-Regierung aufgefordert, sich an der wiederholten Formel der Finanzierung und Bewaffnung von sogenannten „moderaten Rebellen“ im Zuge der Bemühungen zur Destabilisierung des Landes zu beteiligen. Das ultimative Ziel dieses neueren imperialen Unternehmens ist es wieder einmal, Russland einzudämmen.

Kalter Krieg 2.0? Die amerikanische Vorherrschaft schreitet voran

Die heutige antirussische Hysterie erinnert an die antisowjetische Propaganda der Zeit des Kalten Kriegs; während Antikommunismus heute nicht das zentrale Thema ist, bleibt eines dasselbe: die Tatsache, dass das US-Imperium (wieder einmal) vor einer gewaltigen Herausforderung an seine Position in der Welt steht. Nach den Jahren Jelzins und unter Wladimir Putin erholte sich die russische Wirtschaft schließlich und wurde dirigistischer; und obendrein entfernte sie sich vom Schoß der NATO, was die alte antagonistische Beziehung zu den Vereinigten Staaten einleitete. Russland hat auch beschlossen, dem globalen Trend zu folgen, die Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern, was für die US-amerikanische Kapitalistenklasse zweifellos eine Quelle des Ärgers darstellt. Es scheint, dass ein dritter Weltkrieg in naher Zukunft wahrscheinlicher wird, da sich die USA einer direkten militärischen Konfrontation mit Russland, und in jüngerer Zeit mit China, nähern. Die Geschichte scheint sich zu wiederholen. Als die Regierung von Baschar al-Assad Moskau zur Unterstützung bei der Bekämpfung der von der NATO unterstützten Terroristen aufrief, erinnerte dies sicherlich an die Zeit, als die DVPA vor vielen Jahren dasselbe getan hatte. Bisher hat die Syrische Arabische Republik den Bemühungen zur Destabilisierung durch der al-Qaida nahestehenden Terroristengruppen und der kurdischen Milizen auf Geheiß der Vereinigten Staaten weiterhin standgehalten und ist nicht wie Libyen, Jugoslawien und Afghanistan zusammengebrochen.

Was jedoch oft übersehen wird, ist die wiederholt eingesetzte Brzeziński‘sche Formel, hochreaktionäre Kräfte zu finanzieren und sie dem westlichen Publikum als „Revolutionäre” zu verkaufen, um gegen Regierungen vorzugehen, die der globalen Diktatur der Vereinigten Staaten trotzen und es dem Westen verweigern, ihre natürlichen Ressourcen und ihre Arbeitskraft auszubeuten. Karl Marx sagte einmal: „Die Menschen machen ihre eigene Geschichte, aber sie machen sie nicht aus freien Stücken, nicht unter selbstgewählten, sondern unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und überlieferten Umständen.“ Ein solches Phänomen ist kein Zufall oder ein bloßer Fehler. Die geopolitische Instabilität, die nach dem Sturz der DVPA folgte, stellt sicher, dass auf unbestimmte Zeit keine vernünftige, einheitliche und erhebliche Opposition gegen den US-Imperialismus entstehen wird; und wie es scheint, befindet sich Libyen, in dem der Brzeziński‘sche Stil des Regimewechsels ebenfalls Erfolg hatte und das jetzt eine Brutstätte für den Sklavenhandel ist, auf dem gleichen Weg wie Afghanistan. Dies alles ist ein Teil dessen, was Lenin als sterbenden Kapitalismus bezeichnete, als er das wirtschaftliche Wesen des Imperialismus diskutierte; damit meinte er, dass der Imperialismus die Widersprüche des Kapitalismus auf die Spitze treibt. Das weltweite amerikanische Monopol ist aus der US-Außenpolitik heraus gewachsen, und es versteht sich von selbst, dass das amerikanische Imperium es nicht tolerieren kann, seine Dollar-Vormachtstellung zu verlieren, insbesondere während die globale Profitrate sinkt. Und wenn zu viele Nationen die Bemühungen der USA, ihre Märkte zu infiltrieren und ausländische Finanzkapitalexporte in ihre Volkswirtschaften zu zwingen, um ein Monopol über die Ressourcen zu erlangen und die Arbeitskraft ihrer Werktätigen auszubeuten, ablehnen, würde dies mit Sicherheit einen starken Rückgang der amerikanischen Dollar-Hegemonie bedeuten. Die Tatsache, dass die Vereinigten Staaten bereit waren, Söldner zu unterstützen, um die ehemalige Demokratische Republik Afghanistan anzugreifen und die Sowjetunion zu bekämpfen, sowie Milliarden von Dollar für eine äußerst komplizierte aber wirksame Propagandakampagne auszugeben, ist ein Zeichen der Verzweiflung des amerikanischen Imperiums bei der Aufrechterhaltung seiner globalen Hegemonie.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren, und sind die Vereinigten Staaten im Großen und Ganzen immer noch, die überwältigende Weltmacht. Es ist richtig, dass das amerikanische Imperium angesichts der zunehmenden Tendenzen zur „Entdollarisierung” und des Aufstiegs Chinas und Russlands, welche die Interessen der USA in Frage stellen, im Niedergang begriffen ist. Natürlich wird Washington verzweifelt versuchen, an seiner Position als Nummer 1 in der Welt festzuhalten, indem es das Wachstum seiner globalen Monopole beschleunigt – sei es durch die Platzierung völlig unnötiger Zölle gegen Wettbewerber wie China oder durch die Drohung, venezolanisches und iranisches Öl vollständig vom globalen Markt zu streichen – auch wenn dies einen zunehmenden Vorstoß in Richtung eines Dritten Weltkriegs bedeutet. Die gegenwärtige Weltwirtschaftsordnung, welche die Washingtoner Eliten in den letzten Jahrzehnten maßgeblich mitgestaltet haben, spiegelt die Interessen der globalen Kapitalistenklasse in solchem Maße wider, dass der Arbeiterklasse, trotz des unvorstellbaren Massakers in den ersten beiden, ein weiterer Weltkrieg droht.

Wenn wir zum besseren Verständnis der Gegenwart auf diese historischen Ereignisse zurückblicken, sehen wir, wie mächtig die Massenmedien sein können und wie sie als Instrument der US-Außenpolitik zur Manipulation und Kontrolle der öffentlichen Meinung eingesetzt werden. Bei Außenpolitik geht es um wirtschaftliche Beziehungen zwischen Ländern. Der Schlüssel zum Verständnis der Funktionsweise des US-Imperialismus liegt in seiner Außenpolitik und darin, wie er sie ausführt. Dies läuft auf die Plünderung von relativ kleinen oder ärmeren Nationen hinaus, und zwar mehr als den Anteil an Reichtum und Ressourcen, der normalerweise im gemeinsamen Handelsaustausch produziert werden kann, was diese Nationen zwingt, sich zu verschulden. Und wenn irgendeine von ihnen sich widersetzt, wird sie mit ziemlicher Sicherheit militärischen Bedrohungen ausgesetzt werden. Mit dem großen Reichtum, der es ihnen ermöglichte, ein Militär aufzubauen, das „Kräfte über große Entfernungen entsenden“ kann, befinden sich die Vereinigten Staaten, gelinde gesagt, in einer einzigartigen Position in der Geschichte. Jedoch, wie wir oben gesehen haben, wurde der nunmehr vier Jahrzehnte andauernde Krieg gegen Afghanistan nicht nur auf militärischer Ebene geführt, wenn man die psychologischen Operationen und die beteiligte Propaganda berücksichtigt. Wenn überhaupt, verlor die Sowjetunion am Ende an der Propagandafront. Von Afghanistan erfahren wir nicht nur die Ursprünge von al-Qaida, mit denen der Aufschwung die Epidemie der Opioidabhängigkeit zusammenhängt, oder warum wir heute das Phänomen einer antirussischen westlichen „Linken” haben, die imperialistische Propaganda nachplappert und sehr eifrig scheint, zu sehen, wie sich dieses Stück Geschichte des Kalten Krieges in Syrien wiederholt. Wir erfahren auch, dass wir die Ereignisse der direkten US-Militärintervention in Afghanistan von 2001 und die Ereignisse von 1979 nicht voneinander trennen können; die kolonial-feudale Vergangenheit Afghanistans, sein Bruch mit dieser durch die Saur-Revolution von 1978 und die von den USA angeführten Mudschahedin sind ebenso ein Teil seiner Geschichte (und im weiteren Sinne auch Teil der Geschichte des Großraums Mittlerer Osten) wie die Ereignisse von 2001. Es kann nicht genug betont werden, dass es gerade diese historischen Umstände, insbesondere in Bezug auf die US-Außenpolitik, sind, die den gegenwärtigen Konflikt mitgeprägt haben.

Mohammed Nadschibullah, der vom 30. September 1987 bis zum Sturz der DVPA am 16. April 1992 afghanischer Präsident war.

Offensichtlich können wir die Vergangenheit nicht rückgängig machen. Es liegt nicht im Interesse der Arbeiterklasse, weder in der des Globalen Südens noch in der des Globalen Nordens, einen dritten Weltkrieg mitzuerleben, denn ein solcher Krieg könnte katastrophale Konsequenzen für alle haben – tatsächlich könnte er möglicherweise die ganze Menschheit auslöschen. Eine neue und wiederbelebte Antikriegsbewegung aufzubauen ist selbstverständlich aber es ist auch eine erfahrene Einsicht in die US-Außenpolitik erforderlich. Ohne historischen Kontext werden die westlichen Massenmedien weiterhin unangezweifelt bleiben und das Publikum auf eine konstante Diät der Propaganda der „gemäßigten Rebellen“ setzen und die Opfer des Imperialismus effektiv zum Schweigen bringen. Es ist notwendig, die Arbeiter überall auf der Welt auf der Grundlage ihrer gemeinsamen Interessen zu vereinigen, um den Imperialismus effektiv zu bekämpfen und zu besiegen und eine gerechte, egalitäre und nachhaltige Welt im Sozialismus zu etablieren. Der Arbeiterklasse überall die wahre Geschichte solcher Konflikte, wie dem in Afghanistan, beizubringen, ist ein wichtiger Schritt, um das revolutionäre Bewusstsein zu etablieren, das notwendig ist, um eine starke und globale revolutionäre Bewegung gegen den Imperialismus aufzubauen.

Fußnoten

1Von uns frei aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt

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